Thomas Gruber – Geschäftsführer der ATV Sendergruppe – „0 Cent Praktikum“

Heute bei "Erleuchtend erzählt" : Thomas Gruber, Geschäftsführer der ATV Sendergruppe

…zum mithören!

… zum mitlesen! (Original Transkript vom Interview mit Thomas Gruber)

Heute zu Gast bei erleuchtend erzählt…

Mein Name ist Thomas Gruber, ich bin Geschäftsführer der ATV Sendergruppe und verantworte als Senderchef die beiden Sender ATV und ATV2. Ich bin seit 15 Jahren in der Senderfamilie von Prosieben Sat1 Puls4.

Was ist ihre Story?

Meine Story liegt schon etwas länger zurück. Was ich heute erzählen möchte, ist, wie ich vom Praktikanten (beziehungsweise Studenten) zum Geschäftsführer eines Fernsehunternehmens wurde. Und dazu gehe ich zurück ins Jahr 2004, wo ich noch studiert habe. Dort habe ich mehr oder weniger immer den Wunsch gepflegt Programmdirektor oder irgendwann Senderchef zu werden. Ich habe dann in meinem Studium, vor allem in den Sommermonaten, diverse Praktika gemacht. Ich bin zuerst einmal, das war im Sommer 2004, im ORF Landesstudio Oberösterreich gewesen. Dort habe ich mir dann gedacht, hier ist zu wenig los und habe mich deshalb noch während meines Praktikums dort im Landesstudio bereits für ein Praktikum bei Prosieben in München beworben. Ich bin dann am vorletzten Tag nach München gefahren und hab mir dort eine Unterkunft suchen müssen, weil es drei Tage später ja schon losgegangen ist. Das Problem war einerseits, dass Unterkunft suchen. Und gleichzeitig, dass man – das war die damalige Zeit für seinen Ausbildner sein Volontariat, das hat dann doch fast 2,5 Monate gedauert – keinen Cent bekommen hat. Das bedeutete, ich musste eigentlich neben meinem Praktikum in München auch in Österreich, in Linz genauer gesagt (da habe ich noch bei meinen Eltern gewohnt) arbeiten. Ich bin nämlich ursprünglich aus Oberösterreich. So habe ich mir mein Praktikum finanziert und habe nebenbei in den Videotheken von meinem Onkel gearbeitet. Das war immer Samstag und Sonntag, weil die Eltern einfach gesagt haben: „Das bildest du dir selbst ein, dass du dort arbeiten musst und deswegen finanzierst du dich auch selbst.“ Sonst haben mich meine Eltern eigentlich zugegebenermaßen immer finanziell unterstützt. Das rechne ich ihnen auch hoch an, aber in dem Fall habe ich halt meinen Dickschädel irgendwie durchgesetzt und gesagt: „Ich will das jetzt machen und nehme es in Kauf, dass ich nichts kriege.“ Im Jahr 2008 wurde dann der Sender Puls4 gegründet. Da war ich dann quasi von der ersten Stunde an mit dabei und habe mich sehr viel um die Themen Forschung, Programm oder wie kann man was ausspielen, gekümmert. Also wie kann man grobe Sachen erledigen. Wir hatten keine Erfahrung darin, wie man einen österreichischen Fernsehsender betreibt. Okay, man hat mal losgestartet und ist dann darauf gekommen, dass man zwar eine Idee hatte, aber die ganze Umsetzung lag dann größtenteils bei den Deutschen Kollegen in München – also sprich die ganze Programmplanung und die ganze Sendeplanung. Wir haben hier eigentlich nur die Eigenproduktionen gemacht. Wir waren immer sehr stark im engen Austausch mit München, oder beziehungsweise mit der Deutschen Programmplanung, die für uns verantwortlich war. Im Jahr 2015 bin ich dann Programmdirektor der gesamten Sendergruppe geworden. Sicherlich das größte Highlight war dann der Erwerb des damaligen Konkurrenten ATV im April 2017. Genauer gesagt am 06.04.2017 bin ich dann Geschäftsführer der ATV-Sendergruppe geworden, und wenn man sich das rückblickend ansieht, fast 12 Jahre danach, schließt sich der Kreis. Okay man ist jetzt der Geschäftsführer dieses Unternehmens. Ich bin jetzt im Prinzip seit 3 Jahren Geschäftsführer und für mich, um die Geschichte abzuschließen, ist letztendlich zu sagen: Okay es hat sich mehr oder weniger ausgezahlt Jobs oder Praktika anzunehmen, für die man wenig oder gar kein Geld oder Entgelt bekommen hat. Und für mich bestätigt sich einfach, dass sich Fleiß und Einsatz auszahlen. Das kann ich vielen mitgeben: Dass man vielleicht etwas verzweifelt ist den richtigen Job zu finden, beziehungsweise zu sagen, dass man nach mehr streben will, aber dass es sich auszahlt. Das ist so die rückblickende Conclusio der letzten 16 Jahre.

 

 

Welcher Chef hat Sie erleuchtet?

Eine große Inspiration für mich war mit Sicherheit Gerhard Seiler, der letztendlich bekannteste österreichische Medienmanager, der auch die verschiedensten Stationen im deutschsprachigen Raum durchlaufen hat. Er war auch selbst beim ORF tätig. Er geht in die Richtung, wo ich mir denke, in diese Richtung möchte ich auch gerne einschlagen.

Was gefällt Ihnen an erleuchtend erzählt?

Ich finde es spannend einerseits die Möglichkeit zu haben diese Story zu erzählen, denn ich finde das Konzept hinter erleuchtend sehr spannend: Dass hier eine Lampe eine zentrale Rolle spielt, auch wenn sie nichts erzählt, denn sie leuchtet zumindest. Und, da es ja unterschiedliche Lampen gibt, finde ich es auch spannend, dass Geschäftsführer nicht nur die unterschiedlichen Storys erzählen können, sondern auch die jeweilig ausgewählte Lampe zu sehen.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Für diese Lampe habe ich mich einerseits entschieden, weil ich ein sehr gemütlicher Mensch bin. Und zum anderen, weil das Zusammenspiel von Holz und Licht sehr stimmig ist und ich mich dadurch noch heimeliger fühle.

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