Wurst in fünf Akten

Robert Buchberger

Geschäftsführer Fleischerei Buchberger

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Ich bin Robert Buchberger, Fleischermeister und Chef der Fleischerei Buchberger in Pöllau. Unseren Betrieb gibt es seit 1946. Wir sind eine klassische Fleischerei. Mein Opa hat den Betrieb gegründet, klassisch nach der Nachkriegszeit. Meine Eltern, Vati und Mutti haben den Betrieb super weitergeführt. Ich bin die dritte Generation Fleischermeister. Ich habe nach der Handelsschule die Ausbildung zum Gesellen, zum Fleischermeister gemacht. Das war mir wichtig, dass ich mir die handwerkliche Kompetenz selber beibringen, damit ich weiß, wie das von der Schlachtung bis zum fertigen Würstchen wirklich funktioniert. Da bin ich alle Schritte durchgegangen und habe wirklich das Knowhow, um den Mitarbeitern und Kunden zu erklären, worum es bei einem guten Fleisch geht.

Was ist Ihre Story?

Ich bin, wie gesagt, 1996 in den Betrieb gekommen. Ich bin aber eigentlich schon als kleiner Bursche mit allem aufgewachsen. Ich bin mitten im Betrieb, bei den Eltern groß geworden, mitten unter dem Fleisch und mitten unter den Mitarbeitern. Das heißt, ich bin als Baby immer schon dabei gewesen, da haben sie mich auf den Küchentisch gesellt, wo die Verkäuferinnen auf mich aufgepasst haben. Ich bin mit den Burschen, den Fleischhackern, groß geworden, habe als Kleiner schon eine eigene Schürze gehabt und habe dann mit dem Zusammenspritzen mit dem Schlauch mitgeholfen. Das hat mir schon immer gefallen. Und so hat sich für mich nie die Frage gestellt, ob ich etwas anderes machen soll, sondern bin eigentlich von klein auf immer mit dem Thema Fleisch konfrontiert gewesen. Ich habe relativ früh schon eine Leidenschaft zu dem Thema entwickelt. Ich habe dann nach der Schule den Beruf gelernt und bin eigentlich schon an Musik interessiert gewesen, habe gerne Punk-Rock gehört. Freunde von mir waren dann Vegetarier und ich dachte mir…Ich bin Fleischhacker?! Wie kann man dem Ganzen jetzt einen Stempel aufsetzen? Ich dachte mir, eigentlich haben wir einen richtig coolen Betrieb. Wir sind mitten in Pöllau, haben auf der einen Seite Richtung  Rinderbauern und Richtung Kaindorf Schweinebauern. Wir sind in einer super Region, wo wir kurze Transportwege haben. Dann dachte ich mir, wir schlachten eigentlich auch selber, das gibt es fast nicht mehr in der Branche, dass ein kleiner Betrieb selber schlachtet. Da dachte ich mir, eigentlich ist es gescheiter, wenn ich dem Ganzen wirklich einen Stempel aufsetze und versuche, das was meine Eltern und Großeltern gemacht haben, nochmal zu verfeinern und zu verbessern und so einen neuen Weg einzuschlagen. Da ist auch das Thema Marketing aufgekommen. Wie kann man das traditionelle Handwerk auf eine neue Ebene setzen?

Ich habe dann gemeinsam mit einem Freund, mit einem super Designer aus Wien, dem Franz Riebenbauer, eine lässige Idee gehabt. Wir haben unsere Linie komplett neu aufgezogen unter dem Markennamen Buchberger, Fleischhacker seit 1946. Das spiegelt eigentlich unser Unternehmen in ganz kurzen Worten wieder. Wir sind ein Familienbetrieb und wir sind sehr stolz darauf, dass wir ein Familienbetrieb sind. Und wir sind Fleischhacker, von klein auf und von 1946 weg. Wir haben wirklich einen Kreislauf vom Bauern bis zum Endkunden in unserem Betrieb und das ist echt schön. Mit den Themen dachten wir uns: Wie kann man damit gut spielen? Deshalb ist uns eigentlich über die Musik, weil wir beide Musik Fans sind, die Idee einer Wurstplatte gekommen. Das passt wieder gut, jeder Stellt sich bei einer Wurstplatte vor, dass man Extrawurst, Schinken oder vielleicht eine Butterrose drauf hat. Aber wir sagten, nein, wir machen eine Schallplatte daraus, ein Vinyl. So ist das ganze Projekt der Wurstplatte entstanden. Die Wurstplatte ist ein Produkt geworden, worauf wir sehr stolz sind. Wir haben Schweinetöne aufgenommen, das heißt das ganze Ding hat fünf Akte. Der erste Akt ist das Leben, der zweite Akt ist der Tod, der dritte Akt sind die Fleischhacker, der vierte Akt ist das Wursten und der fünfte Akt ist der Schmaus. Das heißt, Wurst in fünf Akten. Die Mikrofone sind bei jedem Akt mitgelaufen. Wir sind mitgegangen und haben die Töne, die daraus entstanden sind, untereinander gesampelt. Und so ist eine Art Loungemusik daraus entstanden, nur aus den Tönen, die aus natürlichen Produktionsprozessen bei uns einfach entstanden sind. Das heißt, dass das Klacken und Klappern von Messern und Geräten aufgenommen worden sind und so ist das Vinyl entstanden. So haben wir es geschafft, dass man ein traditionelles Medium, wie es die Vinylplatte ist, auf eine moderne Weise zu interpretieren. Das ist eigentlich auch, wie wir unser Unternehmen sehen: dass wir eigentlich ein traditioneller Betrieb sind, der aber in der heutigen Zeit wieder modern sein kann. Ich glaube das ist eine Chance für uns, und für viele Fleischereien, dass der Kunde wieder in Sachen Regionalität und in Sachen Qualität umdenkt. Und das Ganze soll ja doch ein bisschen hip sein. Ich merke das international, dass da wirklich eine Butscher-Community entsteht und das ganze Thema Grillen spannt über Instagram und neue Medien, auch in der traditionellen Branche. Da waren wir mit der Platte ein Vorreiter. Wir haben in London einen weltweiten Designpreis gewonnen, wo sonst nur Betriebe wie Apple, BMW oder T-Mobile mitmachen. Da haben wir einen Preis indirekt gewonnen. Das heißt, ich nehme die Platte her und wenn ich einen guten Koch besuche und er Kunde werden will, dann ist es auch meine Visitenkarte vom Unternehmen. Und es ist eine Schallplatte. Da weiß dann der Kunde, dass wir uns in unserem Unternehmen komplett anders mit dem Thema auseinandersetzen, als viele andere. Uns ist das auch wichtig und so macht es echt Spaß.

Wer hat Sie erleuchtet?

Auf meinem Weg besonders inspiriert haben mich sicherlich meine Großeltern und meine Eltern, weil sie mir das ganze mitgegeben haben. Mein Vater, zum Beispiel, macht das heute auch noch so, dass er mich unterstützt. Er fährt zu den Bauern raus und er hat wirklich das Knowhow, was den Bereich betrifft. Er greift auf den Hintern eines Kalbes und er erkennt den Fettgehalt, den es enthält. Das ist einfach ein Knowhow, das man über viele Gespräche mitbekommt und welches man nicht missen kann. Auch mein Opa, zum Beispiel, seine Rezepte, die wir heute im Betrieb haben, hatten wir damals schon. Das heißt, das ist wieder etwas Spannendes. Die Braunschweiger schmeckt bei uns eigentlich (natürlich mit neuen Produktionsmethoden) immer noch, wie im Jahr 1946. Ehrlich gesagt ist früher ehrlich und gut gearbeitet worden und das schmeckt man dann auch. Und wenn wir die Rezepte von damals jetzt neu machen und sich da inspirieren lassen, ist das auch für die Zukunft ein spannender Weg. Und weiter inspiriert hat mich natürlich die Region bei uns hier. Weil wir einfach eine schöne Gegend haben, hier im Pöllautal. Wenn man bei mir daheim beim Fenster rausschaut, da ist man einfach glücklich, hier zu wohnen und es macht einfach Spaß da zu sein.

Was traut man Ihnen eher nicht zu?

Also mir traut selten jemand zu, dass ich Fleischhacker bin. Es war jetzt beispielsweise eine liebe Story: die Silvia Schneider vom ORF, die Moderatorin, war vor kurzem bei mir, weil wir eine Serie zu Silvia Kocht aufgenommen haben. Da ist sie nach Pöllau gekommen, hat mich angeschaut und gesagt: „Du bist Fleischhacker? Du schaust aus, als würdest du in einer Werbeagentur in Berlin sitzen.“ Dann habe ich gesagt: „Nein, ich bin Fleischhacker und ich bin stolz drauf.“ Und da hat sie dann gelacht und es ist im Endeffekt wieder ein super Video entstanden aus dem Ganzen. Das passiert aber oft so, dass wenn ich mit Leuten rede, dass mir das keiner zutraut, dass ich Fleischhacker bin. Was das ganze Thema auch wieder spannend macht, weil mir sehr wichtig ist, dass ich anders bin als der klassische Fleischhacker. Denn so wird das Klischeebild ein wenig aufgebrochen, was sich die Bevölkerung bei einem Fleischhacker vorstellt. So kommen junge Leute vielleicht auf die Idee, ich könnte ja vielleicht den Beruf lernen. Nicht alle Fleischhacker sehen so aus, dass sie blutige Mäntel anhaben und den ganzen Tag im Kalten stehen.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Ich finde erleuchtend erzählt eine super Möglichkeit, dass wir uns bei euch vorstellen können, oder unseren Betrieb herzeigen können und ich darüber erzählen kann. Und auch, dass wir die Möglichkeit haben, die Leute über uns zu informieren. Denn ich glaube, das ist genauso ein springender Punkt, dass man über Social-Media-Kanäle, oder neue Netzwerke die Bevölkerung über unser Thema Fleisch informiert. Es wird immer wichtiger werden, gutes Fleisch zu bekommen. Und dass man mit Leuten reden kann, die sich mit gutem Fleisch auskennen. Mit einem Manager redet man, zum Beispiel, öfter, als mit einem Fleischermeister, weil es einfach nicht mehr viele gibt. Deshalb finde ich erleuchtend erzählt eine super Möglichkeit, dass ich meine Story erzählen kann und dass ihr da draußen wisst, wer ich bin. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr mir gerne schreiben, oder so, oder meinen Social-Media-Kanälen folgen. Ich werde immer versuchen das Thema Fleisch, gutes Fleisch, der Bevölkerung näher zu bringen. Da ist mir jedes Mittel recht und das liegt mir sehr am Herzen.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Ich habe mich für diese Lampe entschieden, weil sie ein bisschen so ist, wie unser Betrieb. Das heißt, es ist eine sehr traditionelle Lampe, aber sie ist auch wieder modern geworden. Es kommt im Leben generell alles immer wieder retour. Ich glaube, dass wir gerade auf einem Scheideweg sind, wo man sagt, dass der Fleischer ums Eck auch wieder immer wichtiger wird. Und regionale Produkte einen höheren Stellenwert bekommen. Ich glaube, es ist wie bei der Lampe, dass man, wie gesagt, mit einem traditionellen Produkt gut in die Zukunft schauen kann.

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