Per Golfkredit zum Welterfolg

Leo Hillinger

Eigentümer Weingut Leo Hillinger

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Mein Name ist Leo Hillinger. Ich bin der Eigentümer vom „Weingut Leo Hillinger“ in Jois im Burgenland.

Was ist Ihre Story?

Meine Geschichte – Tja, es war nicht immer so einfach, deswegen werde ich davon erzählen, wie ich zu Beginn versucht habe, meine Weine zu verkaufen. Ich dachte mir, ich habe einen Heurigen gemacht und in diesem Heurigen habe ich auch versucht die Produkte dementsprechend zu verkaufen. Aber ich dachte mir auch, dass ich raus muss und schauen sollte, dass ich auch dementsprechend Kunden bekomme. Aber wie bekommt man Kunden? Ich dachte mir, naja, die Fußballspieler kaufen dir nicht so viel ab, stattdessen solltest du besser Golf spielen, denn du musst an Leute mit Geld herankommen. Golfspieler haben Geld und können meine Weine kaufen. Also dachte ich mir, ja das ist eine gute Idee, ich werde Golf spielen anfangen und so lerne ich dann die Leute kennen, die mir dann Wein abkaufen. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass man zuerst grundsätzlich eine Platzreife braucht, damit man überhaupt Golf spielen kann. Was die kostet, war für mich damals eine Katastrophe: Eine halbe Stunde kostete 270 Schilling. Ich war schockiert, denn ich hatte kein Geld gehabt damals. Da dachte ich mir, eigentlich sollte ich besser Golflehrer werden, denn das ist ein guter Job für wenig Zeitaufwand und man kann sehr viel Geld verdienen. Doch dann war da natürlich noch die Mitgliedschaft zu zahlen, diese kostete damals in Donnerskirchen 50.000 Schilling. Aber ich hatte gar kein Geld, nicht einmal für die Platzreife. Also habe ich einen Kredit aufgenommen. Ich bin damals zum Bankier gegangen und sagte ihm, dass ich das Geld brauche: „Ich brauche 70.000 Schilling, grob, sodass ich ein wenig Spiel habe.“ Er fragte mich dann: „Was willst du dir kaufen? Einen Traktor oder sowas?“ Dann habe ich gesagt: „Eine Golfmitgliedschaft.“ Er fragte mich daraufhin, ob ich ganz sauber bin oder so. Doch ich antwortete ihm dann „Ja, das brauche ich, vertraue mir. Ich muss Leute kennenlernen, die Golf spielen, denn die geben mir Geld und kaufen dann meine Weine.“ Und dann habe ich diesen Kredit wirklich bekommen. 

Ich habe dann die Platzreife gemacht und mir die Golfmitgliedschaft gekauft. Das war für mich ein Riesending, denn plötzlich hatte ich ein Netzwerk. Ich war ja schon beim „Round-Table“ dabei, das ist sowas wie Rotary oder Lions, die haben auch Golf gespielt. Aber natürlich haben auch viele Gastronomen Golf gespielt und so habe ich mir dann ein schönes Netzwerkt aufgebaut. Ich habe relativ schnell auch gut gespielt und habe immer darauf geachtet, dass ich keine Turniere spiele, da mein Handicap relativ hoch ist (d.h. dass du nach außen hin nicht so gut wirkst und nicht so gut spielen kannst). Ich war dann immer im Flight, das waren so vier Leute. In einem 4er-Flight habe ich halt richtig gut gespielt. Dort habe ich auch relativ wenig gesprochen, denn durch das gute Spiel, fällt man grundsätzlich mal gut auf. „Was machst du? Bist du im Weinbereich?“ – und daraus ist dann ein Gespräch geworden. Ich habe dann sehr viele Leute kennengelernt und innerhalb kürzester Zeit ein großes Netzwerk aufgebaut. Damals gab es eine Firma, die hat Pro-Ams organisiert (Anm.: Das sind Profi Amateur Turniere, wo Profis mit Amateuren im Flight zusammenspielen) und die habe ich dann gesponsert. Gesponsert heißt: 24 Flaschen Wein (oder 48 Flaschen bei Abendveranstaltungen) zur Verfügung stellen. Dort bin ich dann riesig als Sponsor präsentiert geworden. Geschlafen habe ich praktisch im Auto, weil ich mir nichts geleistet habe. Und am Abend habe ich dann wieder genetworkt. Natürlich haben wir auch viel über Golf gesprochen, denn Golfer wollen nur über Golf reden. Und so haben sich schon damals sehr gute Netzwerke für mich ergeben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich jeden Porsche 911 und jeden Ferrari mit Wein vollgepackt habe. Ich bin dann immer bei dem Halfway-Haus gestanden und habe die Weine verkosten lassen, auch am Abend und dann haben die Leute schließlich bestellt. Ich bin mit dem VW-Bus hin, vollgefüllt mit Wein, und habe so verkauft. Ich habe dann oft meinen Papa angerufen und sagte: „Komm mit dem nächsten Auto, ich habe wieder Wein verkauft!“ Und so ist das alles zustande gekommen.

Das war eine sehr wichtige und interessante Geschichte. Vor allem der erste Step, um zu networken, denn das Netzwerk ist mir bis heute geblieben. Die Leute, die damals zum Golf spielen angefangen haben, die waren zu der Zeit im jungen Management und sind heute in Toppositionen. Das waren junge Akademiker und die sind mit mir mitgewachsen. Oft sagen wir, und lachen dabei, dass ich mir damals solche Sachen habe einfallen lassen. Ich habe mir zum Beispiel auch diese alten Golfhosen schneidern lassen, mit einem Gilet und einer Kappe. Damit sah ich aus wie ein Golfer aus den 20er-Jahren. Dann bin ich auch mit den Golfcarts herumgefahren und habe die Damen-Turniere herumgefahren. Da hatte ich einen Perlwein namens Bombitu mit dabei, mit dem bin ich dann herumgefahren und habe mit den Mädels Schmäh geführt.  Diese Damen haben dann immer für die Männer Wein mitgenommen.

Es war aus heutiger Sicht gesehen eine lustige Zeit, aber auch eine sehr schwierige. Ich bin durch Österreich gefahren, habe Turniere gesponsert, gespielt, präsentiert und verkauft. Es war sehr anstrengend. Aber es hat sich gelohnt und es war ein guter Schritt, um einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen.

Wer hat Sie erleuchtet?

Am Weg nach oben haben mich Menschen inspiriert, die ihr Leben im Griff gehabt haben. Die nie arrogant geworden sind, auch wenn sie ganz oben waren. Zum Beispiel Veit Schalle, der war für mich so ein Mensch, den ich sehr bewundert habe. Den kannte ich gar nicht, der hat sich bei mir in den Heurigen gesetzt und gesagt, dass ich ein Bauer bin. Der war so sympathisch. Wir haben uns dann intensiver persönlich kennengelernt. Er war der Generaldirektor damals von Billa und Merkur und ich muss sagen, der hat mich immer schwer beeindruckt. Angelo Geier war für mich auch so einer. Ein Weinbauer aus Leidenschaft, trotzdem ein Betriebswirt und ein Künstler. Alles in einer Person. Also die zwei haben mich immer sehr beeindruckt.

Und Menschen, die immer natürlich geblieben sind. Diesem Weg bin ich auch treu. Am Boden gebliebene Menschen, keine Arroganz. Denn Arroganz ist Dummheit. Also solche Menschen haben mich immer beeindruckt.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Es ist auch wichtig, dass mich die Leute kennenlernen. Die Leute kennen mich praktisch nur aus dem Fernsehen oder aus irgendwelchen Geschichten in der Presse und so kann man die Leute wirklich kennenlernen. Durch solche Geschichten wird man authentisch, denn man liegt da, wie ein offenes Buch.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Die strahlt Ruhe aus, nicht? Sie strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus. Sie ist irgendwie aufmerksam und trotzdem sehr entspannt.

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