Omas Ölweisheiten

Julia Fandler

Eigentümerin & Geschäftsführerin Ölmühle Fandler

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Ich bin Julia Fandler von der Ölmühle Fandler. Ich bin Eigentümerin und auch Geschäftsführerin dieses Unternehmens. Die Ölmühle Fandler gibt es mittlerweile schon seit 1926, also ich bin die vierte Generation.

Was ist Ihre Story?

Meine Geschichte erzählt von meiner Oma und ihrem Geschäftssinn. Da gehört aber eine kurze Vorgeschichte dazu. Seit den 80-er Jahren (mein Papa war ja Bio-Pionier) haben wir schon ein paar Bio-Öle auch in unserem Sortiment gehabt. Im Jahr 2004 haben wir alle Öle auch noch einmal in der Bioqualität angeboten, aber haben kaum ein Unterscheidungsmerkmal auf unseren Flaschen gehabt. Wir haben so schöne traditionelle Henkelflaschen gehabt, DAS erkennungsmerkmal eines Fandler-Öls. Beim Bio-Öl war das gleiche Etikett drauf, aber ein schöner, kleiner, grüner Bio-Punkt. Das ist dann im Laufe der Jahre schon zu wenig Unterscheidung für den Konsumenten gewesen. Daraufhin habe ich dann im Jahr 2007 einen kompletten Relaunch der Marke der Ölmühle Fandler, der Produktetikette, des Informationsmaterials gestartet. Meine Oma ist die zweite Generation. Sie war immer sehr am Leben der Ölmühle Fandler interessiert, auch noch weit über ihrer Pension hinaus. Sie ist eine gewesen, wenn ich z.B. nicht da war, dann hat sie, man könnte sage, patrouilliert in der Firma und hat geschaut, ob sie eh alle schön fleißig sind. Meine Leute haben sie auch wirklich gern gehabt, weil sie alles mit aufgebaut hat und wirklich ihr Herzblut hineingesteckt hat. Sie war natürlich immer willkommen, auch wenn sie sich ab und zu ein bisschen gefürchtet haben vor ihr, aber das war im erträglichen Maß. Es war auf jeden Fall dann so im Jahr 2007, wie gesagt, dass ich diesen kompletten Relaunch initiiert habe. Die klassische, traditionelle Verpackung haben wir komplett ausgetauscht durch schöne, schlanke, neutrale Flaschen mit einem großen Sichtfeld für das Etikett. Wir haben auch ein neues Logo kreiert. Zum gleichen Zeitpunkt haben wir auch die Warenauslieferung, die praktisch vor unserem Haus stattgefunden hat, wo auch der ganze Kundenbereich ist, haben wir nach hinten verlegt. Es war einfach unpraktisch, wenn ein Bus gekommen ist mit einer Gruppe, die bei uns eine Ölpräsentation bekommen hat, oder wenn Privatpersonen gekommen sind und diese hatten vielleicht kleine Kinder mit, dann ist der LKW gekommen und hat Ware abgeholt… Das war einfach nicht gut.

Meine Oma hat bis zu ihrem Tod im Jahr 2011 im vorderen Geschäftsbereich gelebt und sie hat einen richtigen Adlerhorst gehabt, ihre Veranda, wo sie gerne gestanden ist und geschaut hat, was da so passiert. War auch gut für sie, so hat sie eine gute Beschäftigung gehabt und hat praktisch einen lebenden Fernseher gehabt. Man muss dazu sagen, für mich war diese ganze Umstellung nicht ganz einfach, weil es ein bisschen mit dem Abschied von meinem Papa zu tun hatte. Er ist 2006 sehr jung verstorben. Es war schon auch Wehmut dabei, das was er kreiert hat wegzutun, ganz hart gesagt. Ich habe schon auch ein bisschen Spundus gehabt, ob unsere Kunden es mitbekommen, dass dieses Öl nicht mehr in der Henkelflasche drinnen ist, sondern, dass das gleiche jetzt in der neuen, modernen Verpackung ist. Also ich war schon überzeugt davon, dass ich es machen will, nachdem mein ganzes Team auch noch gesagt hat: „Das sieht so klasse aus, das machen wir!“ Aber es war schon so, dass ich ein bisschen … Es war ein unternehmerisches Risiko dabei, vielleicht sollte man das einfach damit zusammenfassen. Und genau in diese Kerbe hat meine Oma hineingehauen. Sie hat, wieder in ihrer gewohnten Manier, alles beobachtet, wie es bei uns abläuft. Zu dem Zeitpunkt, 2007, war bei uns sehr viel los, wie gesagt, mein Papa ist ein Jahr davor verstorben und es war wirklich extrem viel zu tun. Ich war, wie man so schön sagt, ganz schön gestresst. Und dann kommt sie mal daher und sagt zu mir: „Na? Lauft es nicht mehr so gut, seit ihr die neuen Flaschen habt?“ Und ich denk mir… Oma! Was man sich wünschen würde von den Vorfahren, wenn man solche Veränderungen einführt, solche radikalen Schritte setzt, dass man bestärkt wird und man sagt: „Schön machst du das, das machst du gut. Du bekommst das schon hin, du wirst sehen, es wird alles gut gehen“. Nein, sie kommt daher uns sagt zu mir: „Na? Lauft es nicht mehr so gut, seit die neuen Flaschen da sind?“. Ich plustere mich ein bisschen auf und wollte mich ein bisschen wichtigmachen und sage: „Oma, weißt du eigentlich, was wir mittlerweile für einen Umsatz machen?“. Ich dachte mir, ich kann ihr darstellen, wie sich doch alles positiv entwickelt hat. Sie hat mir aber relativ schnell die Schneide abgekauft und hat gesagt: „Ja, aber Umsatz ist nicht gleich Gewinn!“, ich war so baff. Ich dachte mir, was soll ich jetzt sagen…? Sie hat einfach Recht damit, ich muss mich hier als Jungspund gar nicht so aufpudeln. Es ist so. Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Ich kann jetzt die große Mackerin spielen, so sehr ich will, sie hat einfach Recht. Das war’s. Das ist eine Geschichte, die ich wirklich liebe, weil es einfach ihr Herzblut zeigt, wie sehr es sie interessiert hat. Sie war zu dem Zeitpunkt 81 Jahre alt und hätte schon lange nichts mehr mit dem Unternehmen zu tun gehabt, aber sie hat einfach Öl in den Adern gehabt. Sie hat mir echt die Leviten gelesen.

Wer hat Sie erleuchtet?

Auf meinem Weg nach oben…Das war sicher mein Papa, der als Menschenfreund sein Unternehmen geleitet hat. Nicht nur den Kunden gegenüber, sondern auch dem Team, den Mitarbeitern gegenüber. Wir sind ein Familienbetrieb in dem Sinn, dass es sehr familiär geführt ist, was ich auch so weiter betreibe. Weil ich auch nach dem Kredo lebe, dass ich andere Menschen so behandeln will, wie ich selbst behandelt werden möchte. Und auch meine Kollegen von damals, muss ich sagen. Sie waren größtenteils Familie für mich und meine Ersatzmütter, -väter, -brüder, -geschwister. Also die Menschen der Ölmühle Fandler.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Weil mir die Idee gefällt. Also sich hier hinzusetzten und im Monolog eine Geschichte zu erzählen, wo man sich später mal durchklicken kann. Oder, dass sich das andere Menschen anschauen können, habe ich sehr spannend gefunden.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Die rote Lampe ist eine Überraschung für mich. Aber ich denke das Universum hat sie gut für mich ausgewählt, weil sie fröhlich, leuchtend, strahlend ist.

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