“Computer statt Meer”

Gerhard Pronegg

CEO Natuvion Österreich

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Mein Name ist Gerhard Pronegg und ich bin Geschäftsführer bei Natuvion Österreich, also das lokale Unternehmen einer größeren Unternehmensgruppe.

Was ist Ihre Story?

Meine Story geht in die Richtung “Wie wird man vom Reiseleiter zum Geschäftsführer einer IT Company?” Weil es ja doch eher nicht der übliche Weg ist eine IT Firma zu gründen als Reiseleiter, also zu meiner Vergangenheit: Ich bin Steirer und war jahrelang in den 90er Jahren Reiseleiter für einen großen österreichischen Reiseveranstalter und hab dann irgendwann auch mein Studium abgeschlossen in Krems, es war ein “Tourismus Management” Studium und irgendwann ist die Idee geboren oder der Funke gekommen “Eigentlich IT das interessiert mich ja doch schon auch”. Und immer nur in fremden Ländern herumreisen, immer dasselbe tun: Leute vom Flughafen abholen, das hat dann irgendwann keinen Spaß mehr gemacht.

Und dann habe ich begonnen mich ein wenig mit IT zu beschäftigen, relativ spät, ich war schon 30,  und hab dann geschaut welche Möglichkeiten  es gibt – wer macht so IT, welche Firma gibt es da und hab mich dann bei einigen Firmen einfach beworben und tatsächlich hatte ich ein Gespräch mit einem großen österreichischen IT-Konzern, der wirklich verzweifelt auf der Suche nach Mitarbeitern war. Das war ungefähr so eine Phase wie es jetzt auch ist – weil man jetzt auch relativ rasch einsteigen kann in die IT-Branche. Der war verzweifelt auf der Suche nach CRM-Beratern und ich habe keine Ahnung gehabt zu dem Zeitpunkt “Was tut ein CRM-Berater?”. Ich habe aber meine Diplomarbeit geschrieben zum Thema “Quality Management” und hab geglaubt das ist eh ungefähr dasselbe und habe das dann beim Bewerbungsgespräch erzählt, und tatsächlich waren die so zufrieden mit mir, dass ich dann tatsächlich direkt nach dem Gespräch ein Jobangebot gekriegt hab.

Das war im Jahr 2001, das ist mittlerweile fast 20 Jahre her und seitdem mach ich eigentlich IT. Ich habe es dort von der Pieke auf gelernt – unser Unternehmen macht in der Hauptsache SAP-Beratung. Das ist halt ein großes Standard Produkt, das viele große Unternehmen einsetzen. Da gibt es jetzt genau in der sogenannten Phase wo viele das jetzt umstellen müssen in den nächsten Jahren. Und 2001 war das halt der Wahnsinn, ich hatte es damals zum ersten Mal gesehen, hatte den Vertrag schon unterschrieben und es war mein zweiter Arbeitstag, und hab gedacht “Das schaut aber mies aus – wer benutzt so ein Programm? Das ist überhaupt nicht attraktiv! Und es hat schon lange gedauert bis ich dann ein bisschen eine Liebe dazu entwickelt habe.

Und das zweite war das Thema CRM war dann plötzlich tot, weil da sind keine Projekte gekommen. Das war halt der Plan mit vielen CRM-Projekten am österreichischen Markt und wir haben kein einziges gewonnen. Und dann sind sie dort gesessen mit einem Haufen Beratern, die sie eingekauft hatten. Meine Kolleginnen und Kollegen waren eine Politikwissenschaftlerin, eine Historikerin, dann ein Germanist, ein Verfahrenstechniker und wir sind dort als Team sozusagen dann in die SAP-Welt gestoßen worden und haben uns dann mit Energieversorgern beschäftigen müssen. Da gibt es von SAP eine eigene Lösung, die halt speziell für Energieversorger die Prozesse abbildet. Und das war dann schon relativ hart für uns alle – alle keinen IT-Hintergrund, alle keinen Hintergrund der Energiewirtschaft und haben uns dort dann plötzlich mit Prozessen und Techniken beschäftigen müssen, von denen wir absolut keine Ahnung hatten.

Aber am Ende des Tages hat es funktioniert, ich mach das jetzt 20 Jahre. Energieversorger sind immer noch meine Kunden. Es macht immer noch Spaß und es sollte eigentlich nur zeigen meine Geschichte, dass man halt auch von woanders kommen kann. Und das zweite vielleicht was man noch sagen kann, was ich wirklich mitgenommen hab aus meinem vorigen Job, der darin bestanden hat, dass ich irgendwo am Flughafen am Mittelmeer oder in Asien mit einem Schild gestanden bin und die Leute abgeholt habe und dann zum Hotel gebracht. Also das was man in jedem Job braucht, und es ist egal ob das jetzt IT ist oder Reiseleitung oder Kellner (das hat man halt auch im Studium gemacht solche Jobs) – wenn man mit dem Mensch nicht kann, funktioniert es nicht. Wenn man mit dem Menschen gut kann, dann kann man schon ein bisschen auf die Leute eingehen. Vor allem dann wenn sie Beschwerden haben – zum Beispiel Leute, die viel Geld für den Urlaub ausgeben und dann ist das Hotel dreckig oder der Service nicht in Ordnung oder überbucht oder auch jetzt, wenn wir keine gute Arbeit abliefern aus Sicht des Kunden, das man dann versucht gemeinsam Lösungen zu finden. Dann ist es völlig egal ob das jetzt IT ist oder Tourismus oder Gastronomie – da bleibt es dann gleich.

Ich glaub ganz wichtig ist, wenn man auch die Branche wechselt, vom Tourismus zur IT, es gibt Dinge die bleiben gleich. Und wenn man jetzt beispielsweise vor hat, von einem Bereich in den anderen zu wechseln, muss man sich überlegen: “Welche Kompetenz bring ich mit? Weil sehr viel muss ich neu lernen.” Also wenn ich zum Beispiel in die Flugzeugindustrie wechseln würde, dann muss ich halt dort die Prozesse neu lernen und dann müsste ich auch die Technik dort neu lernen, aber in Wahrheit gibt es dort auch Kunden, die ein Produkt erwerben und mit denen wir Lösungen erarbeiten. Das ist dann unabhängig von der Branche, eigentlich so gesehen. Da kann man Dinge auch mitnehmen. Man kann das beispielswiese auch im Bewerbungsgespräch rüberbringen, dann ist es auch egal wo man herkommt – wenn man bestimmte Qualifikationen mitbringt, dann kann man die auch ganz woanders ganz gut einsetzen.

Wer hat Sie erleuchtet?

Ich glaube jetzt habe ich ja trotzdem noch (obwohl ich Geschäftsführer bin) einen Chef, der Thomas – der hat eine Art…eine ruhige Person. Der hat aus einer Company aus 5 Mitarbeitern mit 2 Geschäftsführer-Kollegen eine Firma gemacht, mit mittlerweile 110 Mitarbeitern, global aufgestellt, und der nimmt sich sehr zurück, der sagt “Jetzt rennt das Ding und jetzt nehme ich mir eine Auszeit!” und ich finde das beeindruckend – der ist jetzt nicht dem Erfolg verhaftet sondern sagt “Jetzt geht das, jetzt mach ich das 6 Jahre, und jetzt möchte ich meine Ruhe haben!” Das finde ich einfach.. Der hat auch den richtigen Zeitpunkt dabei erwischt, wo er sagt “Jetzt setz ich mich zur Ruhe! Jetzt habe ich etwas erreicht und jetzt möchte ich etwas anderes erreichen!”

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Ich find die Idee ganz gut, weil auch jeder Chef hat eine Story, eine Vergangenheit und das kriegt man ja auch in einer Interview Situation nicht mit – man fragt ja auch nie. Hätte ich meinen Chef auch nie gefragt “Was hast du früher gemacht? Wo kommst du her?” Und das klärt man ja erst Jahre später, dass der ganz einen lustigen Hintergrund hat und ich glaub genau damit schafft man das, dass man die Hürde ein bisschen wegkriegt. Auch Chefs haben auch andere Jobs gemacht.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Ja man sieht relativ wenig Lampen mit Brillen, ich glaub daher passt es ganz gut zu mir… als Brillenträger.

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