Jeder braucht den richtigen Stups

Gebhard Ottacher

Geschäftsführer Teach For Austria

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Mein Name ist Gebhard Ottacher. Ich bin der Geschäftsführer von Teach For Austria, einer Bildungsinitiative, die es in Österreich seit neun Jahren gibt.

Was ist Ihre Story?

Mein älterer Sohn, ich habe zwei, Leo hat nächste Woche Geburtstag. Er wird zehn Jahre alt und mit zehn Jahren muss man in Österreich, aus meiner Sicht viel zu früh, eine sehr wichtige Bildungsentscheidung treffen. Bei ihm ist es leicht, denn er ist der Sohn von zwei Akademikern, er wird ins Gymnasium gehen, wahrscheinlich Matura machen, vielleicht sogar studieren. Vor 36 Jahren hat sich die Frage auch für mich gestellt, damals war ich zehn Jahre alt und   bei mir war es nicht so eindeutig. Meine Eltern haben beide keine Matura, sie sind in die Hauptschule gegangen. Sie haben damals meinen Volksschullehrer konsultiert und er hat ihnen geraten mich in die Hauptschule zu geben. Warum? Damals als Zehnjähriger habe ich darüber nicht nachgedacht, ich hatte ja keine Wahrnehmung, aber im Nachhinein glaube ich, es ging nicht um die akademischen Leistungen, weil die waren sehr gut. Es ging eher um die Beziehung zwischen mir und meinem Volksschullehrer und die war nicht gut. Ich war ein quirliges Volksschulkind, ziemlich aufgeweckt. Ich glaube aus seiner Sicht war ich ein rebellisches, ein aufsässiges Volksschulkind. Eines, das seinem Unterricht nicht folgen wollte und so kam es zu dieser Empfehlung.

Meine Eltern sind der Empfehlung gefolgt, warum auch nicht, sie waren ja selbst auch in der Hauptschule, kann nichts Schlimmes dabei sein. Und so kam ich dann in die Hauptschule und dort bin ich dann auf einen anderen Lehrer getroffen. Ein junger Lehrer, der hatte so eine Frisur, wie man sie in den 80er Jahren hatte und dann ganz dem buschigen Schnurrbart. Ich kann mich noch gut erinnern, er hatte eine irrsinnig schöne, gestochene Lehrerschrift auf der Tafel und auch am Zeugnis und er hat in mir etwas anderes gesehen. Er hat vielleicht in mir nicht den rebellischen Schüler gesehen, sondern vielleicht ein gelangweilter Schüler, einen unterforderten Schüler. Er hat irgendwie Potenzial gesehen und hat dann noch vor Weihnachten meine Eltern zu sich geladen und hat ihnen auseinandergesetzt, dass ich in der falschen Schule bin und dass sie mich ins Gymnasium geben sollten. Meine Eltern sind auch seiner Empfehlung gefolgt, gegen meinen Widerstand, gegen meinen Protest, bin ich dann ins Gymnasium gegangen. Dieser Lehrer hat mich auf ein anderes Gleis gesetzt. Er hat dadurch mein Leben massiv beeinflusst. Nur anhand dieses eigenen Beispiels habe ich gesehen, wie unglaublich viel Einfluss nur ein einziger Lehrer, eine einzelne Lehrkraft auf das Leben und viele Lebenswege haben können. Ich glaube das hat mich, im Endeffekt, zu der Arbeit gebracht, die ich heute mache mit Teach For Austria, wo ich nicht nur mit meinen eigenen beiden Kindern arbeite, sondern mittlerweile mit um die 13.000 Kinder für und mit denen ich im Rahmen von Teach For Austria arbeiten kann.

Wer hat Sie erleuchtet?

Einer, der mich total inspiriert ist Jimmy Wales, der Gründer von Wikipedia. Das ist etwas, was ich mir nicht vorstellen konnte, dass das das wirklich funktioniert und in diesem Ausmaß funktioniert und dass ich während meiner Lebenszeit erleben konnte, wie in nur wenigen Jahren so etwas entsteht. Einfach nur aus der freiwilligen Arbeit von so vielen tausenden, hunderttausenden Menschen. Das hat mich total inspiriert. Das hat mich inspiriert auch Dinge auszuprobieren, die ich Grundsätzlich als für nicht möglich erachte, weil sie vielleicht doch möglich sind.

Was traut man Ihnen eher nicht zu?

Es gibt ganz viele Leute, die mir nicht zutrauen, dass ich kochen kann. Oder mir nicht zutrauen, dass ich kochen lernen kann. Die möchte ich jetzt eines Besseren belehren und habe da schon Pläne geschmiedet in die Richtung. Ich muss aber noch meine ersten Schritte setzen. Ich habe es verabsäumt in meinen ersten 46 Jahren kochen zu lernen, aber man man kann alles noch lernen. Es ist nie zu spät.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Ich mache mit, weil ich ein großer Fan von Storytelling bin. Ich habe vor mittlerweile 15 Jahren zwei Jahre in Amerika verbracht und eines, das ich mir von dort mitgenommen habe ist diese unglaubliche Macht des Storytellings. Die Amerikaner beherrschen das, weil sie das von Kind auf lernen. Das ist etwas, was wir in Europa nicht mehr können uns wieder beibringen müssen und ich glaube, um Dinge zu vermitteln, ist es einer der beste Sachen – das Storytelling.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Diese Lampe ist mir sofort ins Auge gestochen, weil es ein Buch ist mit vielen Blättern und ich bin ein großer Fan von Büchern. Ich liebe Bücher, ich sammle Bücher, ich habe immer Bücher um mich und ich lese immer mehrere gleichzeitig. Deshalb müssen wir die Wahl leicht gefallen.

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