Alexander Weichselberger – Managing Partner und Miteigentümer von Seqis – „Peinliche Verwechslung“

Heute bei "Erleuchtend erzählt" : Alexander Weichselberger

…zum mithören!

… zum mitlesen! (Original Transkript vom Interview mit (Alexander Weichselberger)

Heute zu Gast bei erleuchtend erzählt:

Wir bei Seqis machen Dienstleistungen im Bereich Requirement Engineering Softwaretest und aktives Projektmanagement. Die ExpertInnen, die diesem Kunden diese Dienstleistungen machen, mit anpacken und mitgestalten ist mein Verantwortungsbereich bei Seqis. Mein Name ist Alexander Weichselberger ich bin Managing Partner und Miteigentümer des Unternehmens.

 

Was ist Ihre Story?

Ja das ist gar nicht so einfach eine Geschichte zu finden, die vielleicht lustig und lehrreich ist. Die aber eigentlich sehr viel über die eigene Persönlichkeit sagen soll. Das ist nicht so einfach. Ich kenne natürlich viele Geschichten, mir passieren auch noch viele Geschichten, ich habe mich aber in diesem Beispiel für folgende entschieden.

Es war in der Zeit als ich an der TU studiert habe (Wirtschaftsinformatik). Und ich habe wie viele Studenten auch nebenbei einen Job gesucht. In dem Fall hat es die österreichische Raumfahrt und Systemtechnik gegeben (kurz ORS). Die auf der anderen Seite, vis a vis von der TU ihren Sitz hatte. Die suchten jemanden der sich um den Fuhrpark kümmert und die ein oder andere Aufgabe für den Chef oder die Chefsekretärin damals gemacht hat. Der Chef war damals der Georg Serentschy und die Frau Krawany, die später in der Geschichte noch mehr Bedeutung bekommen wird, war seine persönliche Assistenz. In meinen ersten Tagen bei ORS kam es das wir das Haus umstrukturieren mussten, wegen eines großen Projektes. Wir hatten dort mehrere Ebenen, es mussten Büros zusammengelegt werden. Kollegen die dichter an Projekten zusammenarbeiten wurden einfach Tür an Tür gesetzt. Das heißt da hat es viele Tätigkeiten gegeben, man musst einpacken, auspacken, Möbel herumschieben, IT-Infrastruktur anpassen und so weiter und sofort. Und für mich als Fuhrpark verantwortlicher hat es den ein oder anderen Weg gegeben, den ich machen musste. Und dann einer der ersten Tage auch bei ORS ist Frau Krawany auf mich zugekommen und sagte: Herr Weichselberger da hinten im Gang in einem der Zimmer ist irgendwo Waliul. Bitte gehen Sie zu ihm und sagen ihm er soll im 4. Stock die Toiletten ausmalen. Wichtig dabei ist, Waliul kann nicht gut Deutsch. Am besten ist es Sie schnappen ihn sich und zeigen ihm wo er es ausmalen soll. Für mich war das vollkommen klar, ich bin den Gang entlang, blicke links, blicke rechts und zack ich habe Waliul tatsächlich gefunden. Ich bin dann reingegangen, typische indische Präsenz. Dunkler Teint, breites Lächeln. Kleinerer Mann, verschwitzt der gerade irgendwelche Schachteln herumgetragen hat. Ich habe mich kurz vorgestellt, ich habe gesagt: Hallo Waliul, ich bin es Weichsi. Die Frau Krawany schickt mich und bitte wir sollten in den 4. Stock rauf gehen du solltest die Toiletten ausmalen. Ich zeig dir gern wo das ist. Er schaut mich an, no german English please. Ich dachte okay puh das wird schwieriger als grundsätzlich erwartet. Hello, Hi Miss. Krawany sends me and you should come with me to colour the restroom. In the 4. Floor. Er schaut mich sehr erstaunt an und schüttelt seinen Kopf. It’s important, it’s urgent Miss. Krawany sends me, habe ich noch hinzugefügt, um meinen Auftrag noch mehr Autorität zu haben. Er hat nur den Kopf geschüttelt und sich weiter um seine Schachteln beschäftigt. Ich dachte mir blöde Schachteln, ausmalen ist jetzt angesagt. Please come, ich bin auf ihn zugegangen, habe ihn meine Hand gereicht. Irgendwie hat er mich nur noch verstörter angeschaut und nur gemeint: I will certainly not paint the your restroom. Ich habe mir nur gedacht, das kann doch nicht sein. Ich geh zur Frau Krawany und sage ihr das. I will go to Miss Krawany and then you will see. Ich bin dann losgestürmt in dann vielleicht nicht mehr so einer freundlichen Art und Weise wie es bei ORs üblich war.  Ich bin dann ins Büro von Frau Krawany. Entschuldigung Frau Krawany, Waliul will nicht mit mir kommen, er hört nicht auf mich. Was sollen wir tun? Ich dachte mir nur, blöd da schickt mich diese Dame zum ersten Auftrag los und ich kann es nicht mal organisieren das jemand die Toilette ausmalt. Frau Krawany meinte nur, na komm schauen wir kurz was da zu machen ist. Sehen wir was man verbessern kann. Wir sind wieder den Gang entlang gegangen und dann habe ich mir schon gehofft das es ein Donnerwetter geben wird. Und Frau Krawany biegt in die Tür ein zu Waliul und spricht ihn an und sagt: You Sir do you think we can help you for your relocation. Ich habe mich schlicht und ergreifend in der Person geirrt. Andreas auch eine indische Abstammung also definitiv nicht Waliul. Das war ein hochdeklorierter Spezialist für Raumfahrttechnik Mathematiker, der auch seinen allerersten Tag hatte, der sich wahrscheinlich schon gedacht hatte, wenn es hier so zugeht gehe ich wieder zurück nach London. Und das war ein wichtiges Kernprojekt für ORS. Frau Krawany konnte mit ihrer gewinnenden Art die Lage schnell aufklären. Wir haben dann auch den richtigen Waliul gefunden, der natürlich sehr gerne bereit war die Toiletten entsprechend zu malen. Nun es wurde ja auch gebeten learnings zu berichten. Und die learnings aus meiner Geschichte für mich persönlich waren folgende: 1. Man darf Menschen nicht auf Basis ihrer Äußerlichkeiten beurteilen.  Vorstellen und hinterfragen, ordentlich hinterfragen wer das ist, hätte ich das gemacht wäre der Fehler mit Andreas nie passiert. 2. Wenn man sich mit Kommunikation auseinandersetzt kommt man schnell auf den Punkt das Offene Fragen einfach viel Hilfreicher sind. Why wouldn’t you help hätte mehr geholfen als come paint an dieser Stelle. Darüber hinaus gibt es aber auch weitere learnings die mich bis heute im Berufsalltag sehr stark prägen.  Der Einsatz von Frau Krawany aufzustehen mit zu gehen die Sache aufzuklären ist genau das was wir heute in der Praxis nicht immer den anderen das Delegieren und zu sagen versuch es noch einmal es muss besser sein. Oder please send him to me. Das sind alles Dinge, die in der Praxis nicht so gut funktionieren. Wir als Consultants laufen oft herum und klären oft Punkte dort wo es die Probleme und die Herausforderung gibt. Also quasi Managing by walking around. Der 4. Punkt ist das wir selbst bei Seqis einige Ethik’s abgeleitet für uns. Und zwar eines der Grundsätze ist es bei uns im Haus, man muss respektvoll und wertschätzend mit anderen umgehen. Das ist für uns Consultants nicht immer ganz einfach. In der Domäne, in der wir uns bewegen also im Software Test, Innenanalyse und Projektmanagement kennen wir uns natürlich gut aus. Und Kunden die uns anfordern wollen genau diese Expertise. Wichtig dabei ist es mit den Beinen am Boden zu bleiben, nicht auf die anderen runter zu schauen und nicht einfach zu vermitteln das man der größte ist und sich die andern nicht auskennen. Weil eines ist vollkommen klar, die Fachlichkeit, die unsere Kunden in der eigenen Domäne haben geht weit über das hinaus was wir kennen. Ein externer IT-Spezialist kennt sich nie so gut aus im Marketing in der Logistik im Customer Service und sonstigen Branchen und Aktivitäten, die unsere Kunden zu machen haben. Also es ist auch wichtig hier Wertschätzung gegenüber den anderen zu vermitteln und zu leben.

Welcher Chef hat Sie erleuchtet?

Besonders inspirierend fand ich meinen ersten Chef, meinen ersten Chef in der IT-Branche. Bei Universal Versand, ich war dort damals Datenbankadministrator. Er war persönlich stark daran interessiert die Entwicklung von uns Mitarbeiter zu fördern. Und er hat eine Devise gehabt und die Devise war nur das was man gerne tut, tut man wirklich gut. Und er hat immer versucht alle Aufgaben so zu mappen an den Mitarbeiter das jeder das macht was ihn Spaß macht und was gut geht. Und dort wo er Lücken hatte versuchte er mit Personal aufzustocken oder entsprechend anders zu machen. Und diese Devise ist für mich heute noch eine sehr wesentliche. Sein Name ist Thomas Wolfgang.

Was gefällt Ihnen an erleuchtend erzählt?

Ja das ist der Blick hinter die Kulissen eines Managers. Ich denke, wenn man heute gute Gespräche haben will muss man damit anfangen. Und das ist mein Angebot für Gespräche und für die Kontaktaufnahme. Aber ich denke man muss einfach den ersten Schritt an dieser Stelle tun. Und das ist das was erleuchtend erzählt einfach wunderbar für mich fordert und dann entsprechend publiziert.

 

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Diese Lampe ist doch eigentlich schön bei Pixar Animation in das Logo integriert. Miteigentümer und Chef war dort Steve Jobs, den ich sehr verehre. 

 

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