Barfuß auf dem Tisch

Saskia Wallner

Geschäftsführerin Ketchum Publico

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Ich bin Saskia Wallner und ich bin die Geschäftsführerin von Ketchum Publico und ich bin Ketchum Global Partner. Was heißt das? Ich leite hier in Österreich eine internationale Kommunikationsagentur, mit um die 30, oder mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ich bin auch bei Ketchum unserer Globalen Organisation in dem erweiterten Führungsteam.

Was ist Ihre Story?

Meine Story: geht darum, dass ich erzählen möchte, wie es dazu kam, dass ich bei 2 Gelegenheiten in meiner Karriere, Schuhe ausgezogen habe, auf einen Tisch draufgestiegen bin und die Menschen um mich herum irritiert und/oder begeistert habe. Erste Szene: Der Zigarrenclub von Publico, von der alten Publico. Die Agentur, die diese hier viele Jahre, viele Jahre und Jahrzehnte, war eine sehr maskuline, sehr corporate-gediegene Organisation, die eben auch jeden Montag einen sogenannten Zigarrenclub veranstaltet hat, wo sich die Menschen aus Politik, Wirtschaft, Medien getroffen haben, um sich auszutauschen, zu „networken“ und natürlich auch Geschäft zu machen. Und ich habe diesen Zigarrenclub am 3. Dezember 2012 geschlossen, ein Autodafé gemacht, wenn man so will, um in eine neue Ära aufzubrechen. Und da werde ich kurz eine Rückblende machen, damit man das versteht. Ich war schon 15 Jahren fast in dieser Agentur, ich bin von der Assistentin zum Senior Berater und zur Partnerin geworden. Dann meine wunderbare Tochter bekommen und bin nach einem Jahr in Babykarenz zurück gekehrt und habe die Geschäftsführung übernommen. Habe mir gedacht alles cool. Das kann ich. Ich bin hier das beste Pferd im Stall, ich kenn alle Kunden, ich kenn, ich steh für das Internationale auch, wir hatten damals schon eine Internationale Affinierung und ich freue mich drauf. Ja das wird eine coole Sache. Naja. Wie so oft kommt es anders als man denkt, und es war eine wirklich wirklich schwierige Transformation und ein wirklich schwieriger Change, den wir da durchgeführt haben. Wir hatten eine Reihe von Umständen, die die Sache wirklich schwierig gemacht haben. Allen voran natürlich die Wirtschaftskriese. Das war im Jahr 2011, dann 2012 eine Branchenkriese, die durch eine Kriese von einem Mitbewerber ausgelöst wurde, wo wir ein großes Reputationsproblem in der Branche hatten. Und nicht zuletzt unsere eigene Kriese, die sich so geäußert hat, dass in Wahrheit viele meiner Kolleginnen und Kollegen damals nicht den neuen amerikanischen Eigentümer wollten, das viele sich auch gedacht haben: „Naja die Saskia ist zwar eine spitzen Beraterin, aber wer weiß, wie das als Geschäftsführerin ist. Und sie ist eine Frau…“ und „ob das wohl klappen kann?“ Und dann war insgesamt so einen Lachs in der Luft, dass da die Leute nicht mehr so happy waren, es war einfach Zeit für ein Wechsel dort. Und das hat dazu geführt, dass dutzende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gegangen sind, muss man wirklich sagen. Von Geschäftsführern bis zu Rezeptionistin, dass einige davon ihre eigene Firma gegründet haben, mehr oder weniger kistenweise Zeug rausgeschleppt haben und wo anders neubegonnen haben. Das natürlich große Kunden gekündigt haben, weil diese Instabilität wirklich zu viel war. Und weil auch in der Tat ungewiss war, wie es weitergehen wird. Und ich mittendrinnen, mit meiner 1,5-jährigen Tochter und mit einer Hand voll Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die geblieben sind und dann eben mit neuen, die ich geheuert habe. Und ich hab so ein Glück, weil eben sowohl die, die damals geblieben sind, einzelne, als auch vor allem die ich geheuert habe, als Junior People, als Assistenten, die sind heute wirklich jetzt über 10 Jahre später meine wichtigsten quasi Business Director, das heißt, dass heute die Weggefährten und die, die mit mir zusammen diese Organisation komplett umgebaut haben.

So, jetzt komme ich wieder zum Zigarrenclub. Dort stehe ich also ohne Schuhe, auf einem dieser Tische, etwas heiser weil ich ein wenig krank war. Und habe gesagt: „Wir bauen hier etwas Neues. Es geht um eine neue Ära. Und die Ära der alten Männer ist vorbei.“ So, du kannst dir vorstellen oder es ist vorstellbar, dass das ein bisschen ein Raunen durch die Menge gegangen ist, aber natürlich mit Charme und Schmäh geht das schon. Wir haben dann versteigert, den Humidor und die tollen Chesterfield Fritteusen und das ganze Inventar zu Gunsten der Caritas. Und haben ein fantastisches Finale gemacht, von diesem Zigarrenclub. So und dann sind wir übersiedelt, in ein neues Büro, das man im Film vorher gesehen hat. Achter Stock, gemeinsam mit 1-2 anderen coolen Agenturen, haben wir hier einfach begonnen dann tatsächlich Schritt für Schritt, etwas Neues zu bauen. Und jetzt kommt eben zweite Szene, zweites Mal ohne Schuhe auf einem Tisch. Ich stehe in einem superschönen, grünen Kleid im Lo Loft, die tolle Dachbar und Dachrestaurant von Sophie Tell unserem Kunden auch, beim Ketchum Women breakfast 2019, 8. März 2019, also 7 Jahre später. Und dort habe ich, haben wir jedes Jahr von Ketchum eben, von uns in Wien unsere Kundeninnen und Weggefährtinnen eingeladen zum Weltfrauentag. Und in dem Setting ist mir so klar geworden, es ist tatsächlich, wir sind in dieser neuen Ära angekommen. Ja, ich habe mit meinen Kolleginnen und Kollegen eine integrierte, großartige, kreative, preisegewinnende und kundengewinnende Agentur aufgebaut aus diesem Tal dadrinnen. Wir haben einen vollkommen anderen Spirit hier. Ja, einen Spirit der Kooperation und des gegenseitigen Unterstützens, natürlich auch des sehr starken Forderns auch, wir müssen sehr sehr hart arbeiten und tun es auch mit Freude. Aber wir haben ein, was ich immer sage, sind sehr ernsthaft und easy going. Wir sind strategisch und kreativ. Und das ist das schönste. Wir sind emphatisch und intelligent, das ist das was auch bei Ketchum als weltweite Brand entwickelt wurde, womit wir uns in Österreich sehr stark identifizieren. Weil ich glaube, tatsächlich ja empathic intelligence das ist das, was es braucht, um die Probleme der Welt und auch in der Kommunikation, trägt viel dazu bei, zu bewältigen.

So, und das heißt, ich stehe auf diesem Tisch und habe einen flammenden Appell, wie so oft ohne großartige Vorbereitung, aber schon überlegt, geteilt, der nämlich da lautet: zum Frauentag, ja Frauen müssen einander unterstützen und begeistern und mitnehmen und empowern. Wir brauchen nicht 120 neue Frauennetzwerke, sondern wir brauchen Menschen, Frauen, die Frauen helfen auch. Natürlich auch Männer und wir haben hier in unserer Organisation jetzt ein Drittel Männer und Zwei Drittel Frauen. Wir haben uns verdoppelt seit 2016, und stehen jetzt, wirklich in einer Weise da, wo ich kaum erwarten kann, was noch alles jetzt passieren wird und wo Frauen eine ganz wichtige Rolle spielen. Und das ist die Geschichte, von der Transformation von der alten Publico zur neuen Ketchum Publico und von einer echten, eine Geschichte auch der Resilienz muss man sagen, der Anpassungsfähigkeit und des Wiederaufstehens. Und eine Geschichte, wo ganz viele sehr starke Frauen eine Rolle gespielt haben, aber auch ganz tolle starke Männer, das muss ich wirklich sagen. 

Wer hat Sie erleuchtet?

Eindeutig mein Mann. Stefan, Stefan Wallner. Er hat mir auf so vielen Ebenen, so viele neue Dimensionen gezeigt, dass ich wirklich unfassbar glücklich darüber bin. Ich war 35 wie wir uns getroffen haben und ich war mitten in meinem vollen Berufsleben. Ich war damals schon sehr erfolgreich als Beraterin in der damaligen Publico. Und er hat mir so viel gezeigt, zum Thema Organisation, Rolle, systemische Beratung, systemisches auf Dinge Schauen, das hat mir unglaublich geholfen, als Managerin, als Leader heute, als Beraterin und eben als Mensch. Das hat mich sehr sehr beeinflusst. Und auch sonst natürlich hat er mir noch einmal klarer gemacht, was alles in mir steckt und das ich das auch viel bewusster einsetzen kann. Und dass mich das stärkt. Und dass man nicht alles selber machen muss. Typisches Frauenthema. Und, dass das Thema, wie soll ich sagen, bewusst sein und Bewusstheit in dem wie man wirksam ist, dass man da einfach wirklich selber gut hinschauen kann und auch muss. Und dann hat mich noch der Gustav Dressler beeinflusst, sehr stark. Das war mein erster Chef in einer Bank damals und er hat einfach wirklich alles aus meiner Sicht so richtig gemacht als Chef. You handle it! Du machst das! Wenn du was brauchst, kommst du wieder. Ich trau dir alles zu. Just go ahead. Also es war eine großartige unterstützende und empowernde Führung durch den Gustav Dressler.

Was traut man Ihnen eher nicht zu?

Mir traut man nicht zu, dass ich auch mal die Klappe halten kann. Was aber ungerecht ist, weil ich kann sehr gut zuhören und tue das auch. Aber ich spreche und denke schnell. Und das führt dann dazu, dass man der Eindruck entsteht, ich muss andauernd die Klappe offen haben. Was nicht stimmt. Und innezuhalten, wirklich einmal eine Ruhe zu geben. Langsam zu sein oder langsam die Dinge sich entwickeln zu lassen. Dabei spiele ich seit mehr als 40 Jahren klassische Gitarre und ich weiß, was es heißt langsam zu sein und innezuhalten, aber man traut es mir nicht zu. 

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Also ich finde, das ist ein super Konzept, Menschen porträtieren, die Ihre Geschichten erzählen. Besser geht’s nicht! Ich teile die Einschätzung, dass Geschichten und ich weiß es aus Erfahrung, aus beruflicher Erfahrung, dass Geschichten das sind, was Menschen einfach an einem ganz anderen Ort im Hirn auch berühren und das wir uns Dinge besser merken und tatsächlich erleben, wenn wir Geschichten hören. Und daher finde ich das fantastisch, dass du die Idee hattest auch eben Führungskräfte zu fragen über ihre Geschichte, weil ich glaube, dass man damit etwas in Gang setzen kann. Und ich wünsche dir nur das beste dafür, dass noch Viele Viele mitmachen und dass das eine gute Ausstrahlung entwickelt. Und ich bin sicher, dass es so sein wird. 

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Diese Lampe ist ein Prachtstück. Sie ist aus New York aus dem Museum of Modern Art. Ich habe sie in der Woche bevor Corona begonnen hat dort mitgenommen. Also ich war da noch bei unserem global Partner Meeting. Und diese Lampe war halt zuhause irgendwo gar nicht so besonders in Verwendung und meine Tochter Victoria hat, wie ich ihr erzählt habe, dass ich hier eingeladen bin, um zu sprechen und dass es um erleuchtend erzählt geht, hat sie gesagt: „Na diese Lampe ist perfekt! Es geht um Geschichten und Geschichten sind in Büchern und auch in Büchern.“ Und diese Lampe ist wie man sieht ein Buch und daher ist sie aus meiner Sicht wirklich smart gewählt und sie ist auch ein wirklich cooles Design. 

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