Die beste Schule meines Lebens

Jacqueline Beyer

Landesgeschäftsführerin AMS

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Jaqueline Beyer, ich bin seit 25 Jahren leidenschaftliche Mitarbeiterin des AMS. Und ich kann wirklich sagen, leidenschaftlich, weil ich hab vor 25 Jahren als Beraterin begonnen. Also, ich kenn die Basis sehr sehr gut und sehr sehr intensiv. War dann stellenvertretende Abteilungsleiterin, dann Abteilungsleiterin, dann regionale Geschäftstellleiterin und jetzt seit 3 Jahren Landesgeschäftsführerin. Also ich kann wirklich sagen, die Leidenschaft stimmt, weil ich habe alles erlebt, was es gibt in diesem AMS. 

Was ist Ihre Story?

Ich würde gerne erzählen, erstens mal so dieser Wunsch war bei mir ganz ganz stark beim AMS zu arbeiten. Das haben ganz wenige. Ich weiß noch wie ich mit 16 habe ich eine Ferialstelle gesucht, bin damals ins AMS Wien gegangen und hab mir dann gedacht: Wie klass muss es sein, wenn man da arbeiten darf. Und für mich waren es zwei Sachen, ich hab mir gedacht: kein Tag ist wie der andere, wenn man mit Menschen arbeitet. Und, natürlich, wie ganz ganz viele meine Beraterinnen und Berater haben: Helfen. Helfen, unterstützen. Und nach 25 Jahren kann ich sagen, das war so. Kein Tag ist oder war jemals wie der andere. Egal auf welche Ebene und diese Leidenschaft macht es auch aus, dass neue MitarbeiterInnen zu uns kommen und wirklich auch bei den Vorstellungsgesprächen dann immer wieder sagen: ich will helfen, ich will was Sinnstiftendes tun. Und das haben wir. Und ich denke, was auch wichtig ist, was ich gerne erzählen möchte, man sieht an meinem Beispiel, dass man auch als Beraterin, nach 25 Jahren in der Geschäftsführerposition sein kann, dass es auch das möglich ist. Das gibt’s nicht in sehr vielen Unternehmen. Dass es aber auch sehr hilfreich ist in der täglichen Arbeit, da bin ich sehr froh. Und ich möchte keine einzige dieser Positionen missen, weil es einfach ganz stark verankert ist. Jede Position hat andere Probleme mit sich, diese Sandwich-Geschichten, die da sind. Und ich bemühe mich auch, in permanenter Reflexion, mit einem Coaching natürlich auch, das nicht zu vergessen. Weil es ist relativ einfach, wenn man dann von oben sagt: macht mal! Aber ich weiß, wie es ist, wenn man wirklich dann vorm Kunden sitzt, das umsetzen muss und der Kunde vielleicht sogar aggressiv wird. Also ich denke, das ist ganz ganz wichtig.

Was ich noch gerne erzählen möchte. Ich habe mich vor einigen Jahren dann als Geschäftsstellleiterin beworben. Das war sehr sehr schwierig, weil man nicht mit einer Frau gerechnet hat. Man hat schon gar nicht mit einer jungen Frau gerechnet. Und man hat eigentlich ganz klar den Nachfolger einen Man gesehen. Und es waren, die Angriffe sehr massiv, es ist dann auch in der Zeitung gestanden: „Frau sticht Platzhirsch, bekommt das nur wegen der Frauenquote.“ Und das war wirklich eine sehr sehr intensive Zeit. Das gerade zu rücken, dieses Bild, es war mit Sicherheit, wenn ich das aus der Position der Frau sagen darf, die dreifache Anstrengung nötig, die ein Mann gehabt hätte. Aber es war ein derartiger Lernprozess für mich, also ich habe dann für mich selbst beschlossen: Ich gebe mir 2 Jahre mit vollem Einsatz! Wenn es dann nicht zum gewünschten Erfolg kommt, dann muss man natürlich auch auf sich schauen. Aber in diesen 2 Jahren habe ich alles gegeben, auch mit dem Druck, dass ich dann angerufen worden bin, von anderen Frauen: „wenn du jetzt scheitertest, scheitern wir alle.“ Weil es natürlich extrem beäugt wurde, also der Druck war enorm. Mir war die Verantwortung klar, die ich da gehabt habe in der Position. Aber ich möchte sagen, das war die beste Schule meines Lebens. Und ich bin da wirklich sehr dankbar für diese Zeit, weil die hat es überhaupt erst möglich gemacht, dass ich mir überhaupt erst gedacht habe: Ja, jetzt bewerbe ich mich für die Landesgeschäftsführung, weil ich habe so viel erlebt auf diesem Parket, es kann nicht mehr viel kommen. Und genauso war‘s. Und deswegen wäre mir so wichtig Frauen zu ermutigen, auch wenn die Steine sehr sehr groß sind, die in den Weg gelegt sind.

Ich habe mir dann jeden Tag vorm PC diesen Spruch hingelegt: „Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.“ Ich bin sehr viel in den Bergen und habe dann Steinmännchen gebaut, symbolisch für mich. Es hat wirklich wunderbar geholfen, aber auch zu wissen, dass der Weg sehr sehr hart ist. Also ich denke, ich bin auch Selbstmentorin, habe auch einen Mentor gehabt. Ich sage auch als Mentorin, es muss einem klar sein, da muss man Vollgas investieren. Es gibt diese Sprüche von Frauen, die dann sagen: „Ach, es gibt so viele schlechte Männer, es kann sich auch eine schlechte Frau bewerben.“, davon halte ich überhaupt nichts, weil das ist ein absoluter nonsense, auf beiden Seiten. Und ich denke, es muss einem klar sein, es bedarf als Frau ein bisschen mehr, aber dann zahlt es sich aus. 

Wer hat Sie erleuchtet?

Ich hatte einen Mentor, das war der Dr. Roman Grabowski, seiner Zeit der Landesgeschäftsführer vom AMS Oberösterreich, der mich sehr unterstützt hat, gefördert hat, der mich extrem inspiriert hat, auf Grund seiner Innovation. Auf diesen Weg wollte ich unbedingt gehen und der mich dann natürlich auch motiviert hat, mich auf diese Position zu bewerben. 

Was traut man Ihnen eher nicht zu?

Also ich bin der Meinung, dass ich singen kann und ich habe mich mehrmals auf die Bühne gestellt, weil ich es beweisen wollte. Aber das Publikum sieht es ganz anders. Ich habe auch das Publikum ausgewechselt, aber es hat nichts funktioniert. Also man traut es mir einfach nicht zu. Aber ich hab es wirklich probiert und ich gebe nicht auf und werde es weiter probieren, weil ich singe leidenschaftlich, laut, falsch und gerne.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Ich habe es extrem inspirierend gefunden die Anfrage. Ich finde ganz ganz toll, diese Freiheit die mir erLEUCHTEnd erzählt gegeben hat, meine Geschichte zu erzählen. Ohne jetzt viele Vorgaben. Das finde ich besonders toll, weil ich denke, es ist die Freiheit, die man in der Zeit auch braucht, damit die richtigen Geschichten erzählt werden. 

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Mir hat diese Lampe so wahnsinnig gut gefallen, weil es verbunden mit dem Holz, dieses Erdige signalisiert, dieses Bodenständige und mir das einfach so gefällt, wenn man dieses Alte mit dem Neuen verbindet. Das finde ich extrem stylisch. 

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