Beste Version deiner Selbst

Nikolai Dürhammer

Geschäftsführer StepStone

Das Video
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Teilen
Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Schau, was ich gefunden habe, mach da mit!
Zum Mithören...
Zum Mitlesen...

Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Ich bin der Niki, bin 46 Jahre alt, verheiratet, drei kleine Kinder zuhause und 3 Ratten als Haustiere, das heißt ich liebe Herausforderungen und deswegen bin ich auch Geschäftsführer auch noch zusätzlich von StepStone Österreich und ja darf dieses wunderschöne Land hier verantworten in der Gruppe 70 Mitarbeiter vor Ort, insgesamt sind wir knapp 4.000 Mitarbeiter weltweit.

Was ist Ihre Story?

Ja, ich kann mich noch gut erinnern, wie ich nach meinem Studium angefangen habe bei einem großen Medienkonzern ein Traineeship zum Vertriebsmanager, da musste man den Vertrieb so von der Pike auf mal lernen, also selbst mal verkaufen und das ging eigentlich am Anfang noch sehr gut und dann hatte ich ein schwieriges Monat, es war nämlich gerade Sommer, so wie jetzt im Juli und ja die Zahlen sind nicht so gekommen, die Umsätze nicht gekommen, ich hatte meinen Termin mit dem Vertriebsleiter, so einen, ja Vertriebsleiter der alten Schule sage ich mal, so ein richtiger Haudegen und ich habe natürlich alles erzählt warum das jetzt gerade schwierig ist in diesem Monat, warum ich die Ziele wahrscheinlich nicht erreichen werde und ich erreiche die Leute nicht und ja und dann hat er gesagt in aller Ruhe: “Niki hör mal, ich mach das seit 30 Jahren jetzt diesen Job und ich höre immer wieder dieselben vier Gründe warum man gerade nicht verkaufen kann.”, und ich: „Ja super was sind denn die vier Gründe?“ – „Ja Frühling, Sommer, Herbst und Winter.“ Okay das wollte ich natürlich nicht hören in dem Moment und dann hat er gesagt: “Schau, da ist ein Büchlein, das gebe ich dir jetzt, das war von Marc Aurel, und lies das mal und in einer Woche sprechen wir nochmal drüber.“

Und das war so ein Beginn, also erstmal zur Selbstreflexion, vielleicht liegt es ja auch an mir und nicht immer nur an den äußeren Umständen, ich habe mich dann auch stark auf mit dem Stoizismus beschäftigt Marc Aurel, Seneca etc. und das hat mich so ein bisschen begleitet dann auch durch meine Karriere diese Prinzipien. Also das eine oder zwei so wesentliche Themen, die ich da mitgenommen habe für mich war, das eine: versuche immer zu schauen was kannst denn du beeinflussen und die äußeren Umstände, die musst du so hinnehmen wie sie sind, die kannst du eh nicht beeinflussen. Da gibt’s auch dieses schöne Gelassenheitsgebet von Niebuhr, das sagt: „Gott gib mir die Gelassenheit die Dinge zu verändern, die ich verändern kann und die hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“. Das war so eine Handlungsmaxime für mich auch in den letzten Jahren, natürlich klappts nicht immer, weil wir sind alle nur Menschen und manche Tage sind besser und manche eben weniger. Und die zweite, ja das zweite Kriterium oder zweite Leitlinie was ich mir da mitgenommen habe aus diesem Buch war: versuche die beste Version von dir selbst zu werden. Also nicht so sehr immer nach links oder nach rechts zu schauen, das heißt es gibt immer jemanden der etwas besser kann oder mehr von etwas hat, sondern immer zu schauen: wo bin ich heute und was kann ich erreichen, was könnte die beste Version von mir selbst sein. Und das hat mich dann durchaus noch getrieben und das ist auch so mein Credo als Führungskraft dann geworden, als Manager geworden, als ich dann auch in Funktionen irgendwann kam und lange Vertriebsmanager war und dann Geschäftsführer, dass ich immer versuche, bestmöglich (gelingt mir nicht immer), die Menschen zu unterstützen für die ich verantwortlich bin, dass sie die beste Version ihrer selbst werden, ja das ist meine kleine Geschichte.

Wer hat Sie erleuchtet?

Ja auf meinem Weg inspiriert, also ich glaub auf jeden Fall die Grundlagen haben meine Eltern gegeben, muss denken meine Eltern kommen jetzt nicht aus ja aus bescheidenen Verhältnissen kann man sagen. Also meine Mutter ist ursprünglich aus Bulgarien eingewandert mit 10 Jahren. Ihr Vater wurde damals verdächtigt vom bulgarischen Geheimdiensten ein ausländischer Spion zu sein, die Familie musste flüchten und sie war dann mit 10 Jahren in Österreich und auch damals waren Ausländer nicht sonderlich beliebt, also das hat sich jetzt nicht verändert, das heißt sie hat es auch sehr, sehr schwer gehabt und wie sie in die Schule gekommen ist hat’s gleich einmal, sie hat sich immer schnell gewehrt, sie ist eine kleine Frau, 1,50 m aber mit einem großen Herz, und ich glaub am ersten Tag in der Schule gab’s dann gleich eine Schlägerei wo sie sich gewehrt hat gegen ein paar Burschen und dann kam sie in zerrissenen Hosen nach Hause, hat sie zu Hause gleich noch mal eine gekriegt, so war das halt damals, hat sich halt durchgekämpft. Mein Vater kommt aus dem Ennstal. Das heißt er war der erste in der Familie, es waren 4 Kinder, der studieren gegangen ist, also ursprünglich haben sie ihn in der Hauptschule angemeldet und der Lehrer sagte immer, und der hat immer heimlich gelesen, ja auch so eine ähnliche Lampe wie wir da haben, so eine Leselampe gehabt und hat bis spät in der Nacht gelesen, gelesen, gelesen, das hat er mir auch weiter gegeben, und dann hat der Lehrer irgendwann zum Vater gesagt: “Der Bua ist zu g’scheid, der müsste ins Gymnasium gehen!” Und die Eltern zuerst: “Na, bei uns geht kein Kind ins Gymnasium!” und dann hat er es aber doch dann irgendwann geschafft und danach dann zu studieren nach Wien, ist Architekt geworden und dann auch später in Führungsfunktionen gekommen.

Das heißt das haben mir meine Eltern mitgegeben: wennst was erreichen willst, dann musst du dich halt auch anstrengen, da gibt’s keine Entschuldigungen oder keine Ausreden und du musst am Ende des Tages selber schaffen.

Was traut man Ihnen eher nicht zu?

Ja da müssen wir jetzt natürlich die Menschen fragen, die mich kennen, aber ich könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere, weil das Feedback kriege ich immer wieder, sich nicht denkt, dass ich auch mal emotional werden kann. Ich bin vom Prinzip immer sehr ruhig und gelassen und wenn es einmal doch vielleicht mal, jeder hat mal seine Trigger, dann nicht so ist, dann sind die Menschen dann ganz kurz mal erstaunt, dass ich auch mal emotional werden kann.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Ich glaube das Schöne an dem Projekt ist, dass man so ein bisschen das Menschliche mehr sieht, weil sonst sind große Unternehmen, Konzerne oft etwas, was etwas langweilig ist und Zahlen, Daten, Fakten und jeder stellt sich da ins beste Licht aber am Ende des Tages besteht ein Unternehmen ja auch nur aus Menschen und auch eine Chefin/ein Chef ist am Ende des Tages ein Mensch mit Stärken und Schwächen und das finde ich ganz schön, dass ihr das ein bisschen auf die Bühne holt und das greifbarer macht’s für die für die, die auf der Suche sind nach einem neuen Job.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Ja das erinnert mich so ein bisschen an meine Kindheit, ist auch schon ein bisschen älteres Modell, ja ich hab ja gesagt, ich bin auch schon 46 Jahre alt und ich habe immer sehr viel gelesen schon als Kind. Und das erinnert mich ein bisschen an meine Schreibtisch-Leselampe und da sind viele Bücher drunter gelegen, die ich gelesen habe als Kind und Jugendlicher.

Teilen
Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Weitere tolle Geschichten

“Umweltextremistin”

Brigitte Bichler

Head of Department Carbon, Energy & ESG Management OMV

“Karriereplanung – forget it!”

Michael Sturmlechner

Geschäftsführer AON Austria