Mit vereinten Kräften

Renate Pyrker

Geschäftsführerin Austria Plastics

Das Video
Teilen
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Schau, was ich gefunden habe, mach da mit!
Zum Mithören...
Zum Mitlesen...

Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt:

Mein Name ist Renate Pyrker. Ich bin Geschäftsführerin der Firma Austria Plastics und bereits so an die 50 Jahre im Berufsleben.

Was ist Ihre Story?

Ich möchte gern weitergeben, wie mein Erfolgsweg so läuft, und zwar, das Modell mit älteren Mitarbeitern und mit jüngeren. Ich glaube wir müssen die Randgruppe ein bisschen mehr bedenken und daher eine ganz nette Geschichte, wie ich zu diesem Projekt Job für 60/70 Plus gekommen bin. Ich bin auch sehr stark sozial tätig und wir hatten ein Sozialprojekt, wo wir Kalender machen mussten. Ich habe sagt: „Ok, ich drucke euch die Kalender, wir machen alles, aber das Spiralisieren und das Zusammenstellen, das müsst ihr vom Klub machen.“ In dem Klub haben wir sehr viele ältere Damen und die Jüngeren haben gesagt sie haben keine Zeit, sie sind natürlich berufstätig und die Älteren haben gesagt: „Das können wir nicht, was sollen wir denn da tun?“ Und ich habe gesagt: „Ganz einfach: Spiralisieren, zusammentragen und die Kalender fertig machen.“ Da sind sie gekommen der Reihe nach, es war ein Samstag, ich war auch hier in der Firma und sie haben begonnen und haben gesagt: „Da werden wir bald müde sein.“, und auf einmal sind die Wangerl immer röter geworden und ganz eifrig waren sie dabei und haben das in Windeseile zusammengestellt. Dann habe ich mir gedacht, na bum, die Alten, da geht schön was weiter. Und am Abend, das war dann das schönste Schlüsselerlebnis für mich, hat dann der Mann einer älteren Dame angerufen und hat gesagt: „Ich danke Ihnen vielmals, meine Frau hat das erste Mal heute Abend keine Tabletten gebraucht.“ Das hat mir so gerührt, da hat es bei mir „Klack“ gemacht: Die Älteren müsste man sich ins Boot holen.

Gleichzeitig hat es ein Projekt gegeben, oder einen Fall gegeben, da hatten wir einen großen Kunden, die Stifte Hersteller. Für die haben wir Stifte Etuis gemacht – 300.000 Stück. Das war an einem Montag geliefert worden und am Dienstag ruft der Kunde an: „Ein Wahnsinn, die Etuis gehen alle auf. Die sind alle kaputt, Sie müssen etwas machen.“ Also sie gehen eigentlich nicht auf, sie sind fransig auf der Seite. Um Gottes Willen, was machen wir jetzt? Es war Sommer, es war irrsinnig heiß und neu produzieren war unmöglich. „Wir brauchen die Etuis, wir müssen sie am Donnerstag verschickten, sie müssen mir das herrichten, oder neu machen, oder sie sind nie wieder unser Lieferant“ Da bin ich gesessen, habe mir gedacht, was tun wir? 300.000 Etuis, ich habe sie angeschaut. Also wirklich, die Maschine hat dann einen Fehler gehabt und sie waren alle fransig. Es waren Etuis für Faserstifte. Ich habe mir gedacht, die Jugend. Es sind Ferien, die Jugend. Ich dachte mir, wir haben nur eine Chance, wir beschneiden diese Etuis, damit sie auf der Seite nicht mehr so fransig sind, schauen jedes Einzelne an. Ich habe zur Sicherheit, es war drei, vier am Nachmittag, bin in der Stadt, habe 25 Scheren zur Sicherheit gekauft, bin durch die Fußgängerzone gegangen, meine Töchter waren damals auch so 17-18. Ich habe jede Menge angerufen: „Was macht ihr morgen? Was macht ihr morgen?“, und habe im Nu 25 junge Leute, die gesagt haben, sie helfen uns am nächsten Tag diese Sachen zu beschneiden.

In der Früh, es war irrsinnig heiß, um 7 Uhr, ich dachte es wird keiner kommen. 26 sind gekommen. Es waren dabei alle über 15, über 15 Jahre müsst ihr sein, ihr werdet jetzt angemeldet. Einer war dabei mit dem Bruder, der war 12 und dann hat mein Mann gesagt, den kannst du nicht nehmen. Ich habe gesagt, es ist mir wurscht, soll er eben zuschauen, oder die Packerl machen. Wir haben alle angemeldet auf die Schnelle für einen Tag, weil unangemeldet mache ich das nicht und dachte mir, da bin ich gespannt. Dann haben die Buben sich eine Arbeitsteilung gemacht, der eine hat ausgepackt, beschnitten, eingepackt. Wir haben alle mitgeholfen vom Betrieb. Wir waren ungefähr 30 Leute. Zu Mittag habe ich gesagt: „Kinder, es ist Wurscht, wir haben die Hälfte jetzt, geht’s Heim.“ „Nein“, haben sie gesagt „wir machen das fertig.“ Ich war so begeistert, ich war wirklich zu Tränen gerührt, wir haben um 16 Uhr 45 300.000 Etuis beschnitten, verpackt, also es war echt Rekordtempo. Es waren zwar fast 60 Leute, die gearbeitet haben. Wir haben das alles zusammengepackt und haben gesagt, wir gehen alle auf eine Eis. Wir sind alle in die Stadt gegangen auf ein Eis. Am Mittwoch in der Früh ist es geliefert worden an den Kunden. Er hat mich angerufen: „Wie haben sie das gemacht?“ Ich habe sagt: „Mit der Jugend und auf die Jugend kann man vertrauen.“ Ich war so stolz auf die jungen Leute, das war vor zehn Jahren. Wenn ich die heute noch treffe, die denken heute noch an den Tag, weil ich ihnen natürlich gesagt habe, wie wichtig sie waren und dass sie mir geholfen haben einen großen Kunden zu behalten. Ich habe ihnen in der Zeit natürlich auch ein bisschen Warenkunde erklärt, einfach vom Berufsleben erklärt und es war einfach ein total netter Tag sozusagen.

Und dann habe ich mir gedacht, ok, die Jugend ist superschnell, toll, das Alter ist verlässlich und was machen wir zusammen? Machen wir ein Jugendmodell mit einem älteren Modell. Daraus sind diese Modelle Job für 50/60/70 Plus entstanden. Ich habe mittlerweile drei Mitarbeiter, die in Pension sind, die tageweise helfen und ich habe einen Pool von jungen Leuten, die ab 15 Jahren bei uns geringfügig beschäftigt sind. Ein Mädchen haben wir vom Girls Day bekommen, die ist mittlerweile 24, ist seit neun Jahren bei uns, kennt den ganzen Betrieb. Die freut sich immer, wenn der Ältere da ist, weil die Dynamik dieser jungen Menschen und diese Stabilität der älteren Menschen, diese Erfahrung, das kann ich nur jedem empfehlen. Holt euch die Jugend, holt sich die Älteren und macht gemeinsam ein Projekt. Wir haben auch sehr viel schwer vermittelbare Jugendliche, die bei uns Praktika machen, die oft sehr schwere Familienverhältnisse haben. Und wenn ich die zu den Älteren setze, zum Beispiel für Kalender einstecken, für die Leuchten zusammenbauen, für einfache Handarbeiten, die wir Gott sei Dank anbieten, die natürlich auch Zeit kosten und auch Geld kosten, dann sitzen dann die Jungen mit den Älteren und dann sagen oft die Jungen: „Ist der Opa morgen auch wieder da?“ Also da haben wir so eine einen Opa-Enkel Effekt und umgekehrt gehen dann die Älteren zu den Jungen, und wie geht es mit WhatsApp und wie können wir das erlernen? Also eine wunderbare Synergie und ich bin der Meinung in der heutigen Zeit müssen wir diese Randgruppen, das sind die schwer vermittelbaren Leute, die nicht so gebildet sind, es werden leider Gottes immer mehr, müssen wir uns holen und die Fachkräfte, die in Pension sind, die müssen wir uns auch wieder holen. Und wenn wir die miteinander bringen, dann passieren so wunderbare Dinge, wie wir sie haben, dass wir sagen: Jugend und Alter, das hat was und das bringt was und es kann ich nur jedem empfehlen.

Das waren für mich Schlüsselmomente in meinem Leben, die mich jetzt in meinem Berufsleben so begleiten, die mich durch die Krise geführt haben, die mich durch schwere Zeiten führen und die mir selber unheimlich Kraft geben, weil wir diesen Menschen auch wieder Freude geben. Das gebraucht werden und die Information und das kann ich nur jedem empfehlen.

Wer hat Sie erleuchtet?

Also meine Familie in erster Linie natürlich, meine Kinder. Es war mir immer ganz wichtig meinen Kindern ein Vorbild zu sein und meine Mitarbeiter. Wir haben einen ganz tollen Mitarbeiterkreis, es ist meine Familie, meine Mitarbeiter, die Leute sind zum Teil 30-35 Jahre bei mir, also das ist einfach ein Betriebsklima und das macht Freude und das macht Spaß.

Was traut man Ihnen eher nicht zu?

Also eher die Härte. Ich bin eher, die die alles mit Sanftheit erreicht. Das ist einfach etwas… ich bin niemand, der durch die Gegend schreit und das erwartet auch keiner von mir, aber so habe ich jetzt alles erreicht, was ich erreichen wollte. Aber Härte traut man mir nicht zu.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Weil ich es wunderbar und wunderschön finde, wenn man Geschichten weitergeben kann, wenn man spannende Geschichten weitergeben kann und weil das die Leute eher anhören, als dass sie Berichte in den Zeitungen seitenlang lesen. Ich habe die Idee wunderbar gefunden und es war für mich gleich so erleuchtend so etwas zu machen. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Dieser Leuchte zeigt für mich die Morgenstimmung, das aufstrebende Leben. Ich bin mir jeden Tag in der Früh um fünf Uhr da und für mich ist am Morgen etwas wunderbares. Das ist diese Stille, die beginnt den Tag. Jeder Tag bringt etwas anderes und diese Leuchte sagt für mich immer Morgenstimmung. Noch dazu ist es von einem Kunstprojekt und ich fördere auch sehr stark die Künstler. Das ist mir ganz wichtig, da hole ich mir sehr viel Inspiration.

Teilen
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere tolle Geschichten

“Der holprige Weg in die Selbständigkeit”

Roland Fink

Geschäftsführer Nice Shops

“Hi, I’m using WhatsApp”

Ernst Brunner

Geschäftsleitung Hagleitner Hygiene International