Mongolische Träume

Stephan Hering-Hagenbeck

Direktor Tiergarten Schönbrunn

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Mein Name ist Stephan Hering-Hagenbeck. Ich bin der Geschäftsführer des Tiergartens Schönbrunn, also Zoodirektor, und diese Aufgabe habe ich seit dem 1. Jänner 2020.

Was ist Ihre Story?

Meine Story: Ich bin Tiergärtner seit über 20 Jahren und das Schöne an der Tiergärtnerei ist, dass man eben nicht nur am Schreibtisch sitzt, sondern dass man auch die Möglichkeit hat raus zu kommen. Natürlich in den eigenen Tiergarten, aber im Zuge von unseren Artenschutzprojekten auch in andere ferne Länder. Da auch meistens dann fern in die Länder hinein, also nicht in den Touristenhochburgen, sondern da, wo unsere Tiere leben.

Der Tiergarten Schönbrunn macht relativ viele Artenschutzprojekte. Das heißt, wir kümmern uns eben nicht nur um unsere Tiere im zoologischen Garten, sondern auch in der Wildbahn. So hat es mich mal in die Mongolei verschlagen. 

Die Mongolei ist ein sehr großes grünes Land mit einer sehr geringen Bevölkerung, ungefähr so viele wie in Wien leben, leben in der gesamten Mongolei und eigentlich konzentriert nur auf die Hauptstadt. Wir hatten da ein Ausbildungsprojekt des sogenannten Przewalski-Pferdes in der Gobi-B, das ist eine große Wüste, die die Mongolei mit China verbindet. Dort waren wir vor Ort, um dieses Projekt zu besichtigen und die Tiere eben da zu beurteilen und den Lebensraum zu beurteilen. Ich musste dann früher abreisen als der Rest der Gruppe und musste mir in einem kleinen Dorf einen Fahrer suchen. Zunächst einmal wurde der Fahrer nicht danach ausgesucht, ob er fahren konnte, sondern ob er ein fahrtüchtiges Fahrzeug hat, denn das waren knapp 1000 Kilometer, die da zurückzulegen waren. Wir haben dann ein Fahrzeug gefunden, einen alten russischen Jeep, und einen Fahrer, der auch behauptet, dass er sich mit mir unterhalten könnte, also da ich nicht Mongolisch spreche, antwortete er uns auf Englisch, aber letzten Endes bestanden eben seine Englischkenntnisse eigentlich nur aus einem freundlichen Gruß.

Das stellte sich aber dann während der Fahrt heraus. Dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg und er zeigte mir auch, also das muss man sich vorstellen, das ist eine grüne Prärie dort ohne großartige Straßen, sondern man bewegt sich eben einfach über eine grüne Wiese und auf der grünen Wiese sind auch verschiedene Fahrpisten, also einfach nur zwei Spuren, die durch die Grassavanne gehen. Ich hatte damals eines der ersten GPS, ein Garmin GPS, und wollte natürlich auch, da ich den Herrn überhaupt nicht kannte, meine ganze Kameraausrüstung mit dabei hatte und alles, war ich am Anfang ein bisschen nervös und wollte gucken, ob er in die richtige Richtung fährt und war also sehr konzentriert mit Karte und GPS darauf, wo er lang fährt. Das ermüdet natürlich nach einigen Stunden und auch ich war dann nicht mehr so ganz bei der Sache und merkte dann plötzlich, auch mir fielen ab und zu die Augen zu. Ich merkte plötzlich, dass wir die ganze Zeit im Kreis fuhren, ich guckte neben mir den Fahrer an und er hatte Mund auf, Augen zu und hing in der Ecke und hielt irgendwie das Lenkrad. Ich weiß gar nicht, wie lange wir uns so bewegt haben, also es war eine relativ große Runde, aber da eben da kein Baum ist und keine Straße und kein Graben, fiel das für eine längere Zeit nicht auf.

Ich konnte ihn dann davon überzeugen, dass ich für eine gewisse Etappe dann selber fahre, und er konnte sich dann hinten auf die Rückbank legen. Ja, sowas passiert einem eben in unserer Umgebung relativ selten. Es war für mich ein sehr lustiges Erlebnis und auch eine ganz besondere Fahrt.

Wer hat Sie erleuchtet?

Als Tiergärtner und Biologe inspiriert mich natürlich als allererstes die Natur. Ich habe das große Glück gehabt, viel in der Natur arbeiten zu dürfen, habe lange Zeit in Afrika gelebt und gearbeitet. Für meinen Beruf, und auch das, was wir tun im Tiergarten inspiriert mich am allermeisten die Natur.

Was traut man Ihnen eher nicht zu?

Also Leute, die mich kennen, trauen mir Fußball spielen nicht zu. Ich spiele zwar gerne Ballspiele, aber Fußball habe ich nie gelernt und alle, die mal mit mir Fußball gespielt haben, haben Angst um ihre Knochen.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Also zunächst einmal, ich bin ja erst seit anderthalb Jahren hier in Wien und bin extrem herzlich aufgenommen worden. Peter Hosek würde ich eben jetzt auch schon so zu meinem guten Bekanntschaftskreis oder zu meinem Freundeskreis zählen und Peter Hosek hat mich netterweise empfohlen. Das ist in erster Linie, warum ich mitmache und als ich mich dann eben mit dem Format beschäftigt habe, finde ich es auch eine ganz großartige Initiative.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Also die Lampe – da gibt es einige Gründe. Ich habe die schon recht lange, die hat mir meine (darf ich die mal anfassen?), Schwester geschenkt und für den heutigen Termin fand ich die eigentlich sehr bezeichnend, weil auf der einen Seite finde ich sie sehr innovativ. Sie ist einfach, also sie ist aus relativ einfachen Mitteln gemacht, hier vorne ist ja ein ganz normales Teesieb dran. Es erinnert so ein bisschen auch an, zum Beispiel, den Stierkopf von Picasso, der einfach nur aus einem Sattel und aus einem Fahrradlenker gemacht ist. Also sie ist relativ einfach, hat eine große Wirkung und ist innovativ. Das gefällt mir. Das gefällt mir auch in Projekten, von denen wir eben auch einige hier zu stemmen haben. Auf der anderen Seite ist es eben eine Fliege und eine Fliege – ich bin Parasitologe von der Ausbildung, also ich bin Biologe und mit dem Spezialgebiet Parasitologie und die Fliege, wie auch viele andere Insekten sind häufig Überträger. Also einmal sind sie sowieso nervende Ektoparasiten auch für uns, aber sie sind eben auch Überträger von den ganz großen parasitären Krankheiten, wie Malaria, Schlafkrankheit usw.

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