Lebensplanung? Forget it!

Dieter Hardt-Stremayr

Geschäftsführer des Graz Tourismus

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Heute zu Gast bei erLEUCHTEnd erzählt

Dieter Hardt-Stremayr und mit Begeisterung seit mehr als 25 Jahren Chef von Graz Tourismus.

Was ist Ihre Story?

Ich erzähle eine kurze Geschichte darüber, dass exakte Lebensplanung und exakte Karriereplanung, zumindest meinem Empfinden nach, nicht wirklich funktioniert und man offen gegenüber Entwicklungen sein muss. Wenn ich meine eigene Lebensgeschichte so betrachte, da beginnt man irgendwann eigenständig Entscheidungen zu treffen. Die Entscheidung der weiterführenden Schule, beispielsweise, war einfach. Ich gehe dorthin, wo mein Bruder auch gegangen ist, weil das das einfachste ist, da hat man am wenigsten Widerstand. Geht man zum Bundesheer, oder macht man Zivildienst? Alle Cousins und alle in der Familie sind mindestens Offiziere geworden, also die Offizierslaufbahn hinterher. Berufsoffizier, wie mein Bruder war dann zu viel, ich wollte studieren. Was studierst? Marketing hat mich wirklich interessiert. Treuhandwesen, rechnen und schauen, dass man etwas verdienen kann, gehört ja auch dazu, also los geht’s!

Das war eine klare sonnenklare Entscheidung bis zu dem Tag, als ich einer Prüfung beiwohnte beim Institut für öffentliches Recht beim Professor Novak. Ich habe vorsichtig durch ein Bücherregal rechts geschaut, da stand eine wunderhübsche Weststeirerin. Um es abzukürzen, ich habe dann Wirtschaftspädagogik inskribiert, weil ich dieser Dame etwas näher sein wollte über ein paar Jahre und sie ist heute meine Frau. So viel zu genauen Entscheidungen.

Das Studium gehörte finanziert, und einem Cousin abgeschaut, war Reiseleiter für Amerikaner interessant. Das wollte ich auch machen, denn das sah lässig aus. Hin zum Interview, das hat nicht funktioniert, denn Schulenglisch und amerikanische Studenten durch Europa passt nicht zusammen. Also kurzer Abstecher, 3-4 Monate in die USA, mit Englischkenntnissen zurück, nächster Versuch beim Interview geschafft. Okay, so durchs Studium. Wir sind eigentlich gleichzeitig fertig geworden. Meine Frau hat sich dann in der Zeit entschieden zusätzlich BWL zu studieren aus ähnlichen Motiven. Also waren wir gleichzeitig fertig. Da war die USA nicht zu schlecht. Hätte mir Jahre zuvor irgendjemand sagt, dass ich es arbeitender Weise in die USA schaffe – da träumt man ja nicht einmal davon. Also die Möglichkeit hat sich ergeben, nichts wie hin! Zwei tolle Jahre, zurück nach Österreich. Nachdem der Dollar geschwächelt hat, ist das gar nicht anders gegangen. Also auf ins wirkliche Leben mit Jobsuche und die Auswahl fasziniert mich bis heute noch, was auf meine Bewerbungsschreiben zurückgekommen ist.

Ich hätte beginnen können im Sommer ’91 bei einer Raiffeisen Landesbank, also sehr seriös und ausbildungskonform. Oder bei einem Schlachthof, da waren die inneren Werte nicht so ganz stimmig. Ich hätte unterrichten gehen können an der HAK Judenburg und da hat sich ein Job geben: Karenz Vertretung bei der damaligen Steiermark Werbung. Das hat mir am meisten interessiert mit dem, was ich im Tourismus mitbekommen habe. Dass ich zum Bewerbungsgespräch ins falsche Büro gefahren bin, sein nebenbei erwähnt, denn ich vermutete die Organisation im Landhaus in der Innenstadt und sie saßen damals aber schon draußen in St. Peter. Macht nix, halbe Stunde spät, aber den Job trotzdem bekommen. Die Karenzvertretung, die ich angetreten habe, ist eine Mitarbeiterin, die heute noch hier bei mir im Haus arbeitet. Die Person, die mich damals eingestellt hat, war City-Manager in Graz. Also man trifft sich mindestens zweimal im Leben, das sei hier auch gesagt.

Wenn das alles nicht so gekommen wäre, hätte ich von der Existenz von Graz Tourismus wahrscheinlich gar nie etwas gewusst oder hätte das nie kennengelernt. Jetzt verbringe ich auf diesem Sessel und diesem Job schon mehr als 25 Jahre. Das macht noch immer Spaß. Aber planen kann man das nicht. Ich kann mich noch an einen Zeitungsartikel erinnern, ganz zu Beginn, das war die wilde Phase der wechselnden Manager im Tourismus in den in den 90er Jahren. Die Halbwertszeit, die man mir gegeben hat, war ein bis zwei Jahre maximum; mittlerweile sind es 25 Jahre. Exakt geplant? Nein, ganz sicher nicht.

Wer hat Sie erleuchtet?

Der inspirierendste war Roland Stemmler. Das war derjenige, der Club Europa gegründet hat. Nämlich jene Studenten-Reisebüro, das US-amerikanische Studenten nach Europa gebracht hat. Er ist aus Deutschland ausgewandert an eine Universität als Mathematik Professor in den USA, in Illinois. Er hat dort von der Universität heraus begangen Studentenreisen zu organisieren. Und als er dann zu seinen Reiseleitern gesprochen hat bevor die Saison los gegangen ist, ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, in welcher Art und Weise er es verstanden hat die Menschen zu motivieren. Das war ein bunter Haufen an Studenten, hauptsächlich Österreicher und er hat sie aber sowas von eingekocht. Er hat noch nie ein Motivationsseminar besucht, er hätte welche halten können. Dieses typische, positive, amerikanische Begeistern und Einpeitschen. Denn der Job war beinhart, aber jeder hatte sie mit einer riesen Begeisterung gemacht. Wenn dann in Bewertungen von solchen Reisen die Teilnehmer gefragt worden sind: „Was waren die tollsten Geschichten?“ Da war die sixtinische Kapelle und der Eiffelturm dabei. Und bei nicht wenigen war der Auftritt von Roland Stemmler, Uncle Roland genannt, der auch die Gruppen unterwegs begrüßt hat, sie willkommen geheißen hat auf ihrer Reise und auch dort nochmals die Leute so begeistern konnte. Das war, im wahrsten Sinne des Wortes, inspirierend und man fragt sich auch, wie hat er denn das gemacht? Er war von seiner eigenen Idee so begeistert und der hat so viele Lebenswege geprägt. Von den Reiseleitern zum einen, und die Amerikaner, die nach Europa gereist sind und (nicht böse sein) als wesentlich gebildete Menschen die Heimreise angetreten haben zum anderen, die plötzlich gemerkt haben, dass außerhalb von Texas sich auch noch etwas abspielt. Er hat unfassbar viel Positives für viele, viele Menschen dadurch bewirkt. Dass in weiterer Folge ihn viele kopiert haben und die ganzen Kon Tikis und die ganzen Großen, die dann gekommen sind, waren alle basieren auf seiner Basisidee.

Was traut man Ihnen eher nicht zu?

Da gibt es eine Mitarbeiterin in diesem Hause, die gerne den Spruch pflegt: „You cannot teach new tricks to an old dog“- also was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Also man traut mir hier manches nicht zu, dass ich noch irgendetwas Neues machen kann oder bestimmte Verhaltensweisen ablegen kann. Das reizte meinen Ehrgeiz ganz besonders zu zeigen, ätsch, doch wieder was Neues gelernt und umgeschwenkt. Über 25 Jahren gibt es da regelmäßig Hürden, über die man drüber muss.

Was gefällt Ihnen an erLEUCHTEnd erzählt?

Es kommen regelmäßig sehr viele eigenartige Angebote, wo auch immer mitmachen soll. Das war erfrischend. Das war erfrischend zu einem Zeitpunkt, als ich noch gar nicht wusste, wer dahintersteckt. Einfach so, wie es präsentiert worden ist, hat mich das einfach irgendwie interessiert. Es hat mich neugierig gemacht. Meine Herausforderung liegt bei manchen Werbepartnern, die völlig überzeugt sind von sich selber, die sagen: „Ich bin dabei und ich bezahle aber nur nach Erfolg“ Das hat das Konzept von Erleuchtend Erzählt umgedreht. Hier gibt es neben der Selbstüberzeugung offenbar Vorleistungen und ich glaube, dass viele dadurch neugierig werden. Wenn die so überzeugt sind von sich selbst, dann macht es neugierig sich das auch anzuschauen.

Warum haben Sie sich für diese Lampe entschieden?

Diese Lampe ist ein Auftrag, wobei ich es am Foto nicht ganz genau erkannt habe. Die Variante gibt es auch mit Hanfschnüren oder so irgendwie und die sah ich beim Grossauer Restaurant, beim Fischwirt. Es ist eine Frage der Zeit, bis ich mir diesen Stil in meine Laube zu Hause hänge. Wir haben jetzt eine Lampe, die ist in der Zwischenzeit schirch und sowas ähnliches möchte ich.

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